BER-Debakel

Hartmut Mehdorn will Ende 2014 BER-Termin nennen

Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn musste im Verkehrsausschuss Rede und Antwort stehen. Von Kosten für den BER in Höhe von acht Milliarden will er nichts wissen.

Foto: Ole Spata / dpa

Der Schallschutz für die Anwohner rund um den Flughafen BER wird 730 Millionen Euro kosten. Diese Zahl nannte Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn am Mittwoch im Verkehrsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Ursprünglich wollten die Betreiber mit 131 Millionen Euro für den Schallschutz auskommen. Die nun genannte Summe liegt auch höher als alle bisherigen Angaben. „Die Anwohner bekommen den weltbesten Schallschutz“, sagte Mehdorn und beklagte eine „Schikane“, weil die Brandenburger Behörden die Flughafengesellschaft erst sehr kurzfristig über neue Auflagen informiert habe.

Alle anderen Aussagen Mehdorns vor den Berliner Abgeordneten blieben weniger konkret. Weder konnte der Flughafenchef einen Eröffnungstermin nennen noch einen klaren Kostenplan beschreiben. Er kündigte jedoch an, die Finanzplanung dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 11. April zu liefern. Die zuletzt öffentlich gehandelte Zahl von acht Milliarden Euro Gesamtkosten wies Mehdorn zurück. „Ich schließe nicht aus, dass wir in 20 Jahren mal acht Milliarden ausgegeben haben werden“, sagte Mehdorn mit Blick auf mögliche Erweiterungen des BER. Aber das sei „nicht in Planung“.

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Der Flughafenchef bemühte sich, den Volksvertretern den Eindruck zu vermitteln, er habe alles im Griff am BER: „Wir haben den kritischen Weg für die Inbetriebnahme unter Kontrolle“, sagte Mehdorn. Entscheidend seien nicht die vielen Tausend Mängel, sondern die Entrauchungsanlage. Man sei mit den Arbeiten an der Anlage im internen Terminplan, sagte Mehdorn.

In der zweiten Hälfte des dritten Quartals sei man wohl so weit, ein „Terminende“ für diese Arbeiten bestimmen zu können, sagte Mehdorn etwas verklausuliert. Auf Nachfragen von Abgeordneten bestätigte er, dass man wohl Ende des Jahres 2014 einen Fertigstellungstermin nennen könne. „Wir sagen Sachen, wenn sie feststehen, wir wollen nicht noch eine Terminverschiebung. Da halten wir lieber ein bisschen Häme aus.“

In Brandenburg gab Ministerpräsident Dietmar Woidke unterdessen eine Regierungserklärung zum Nachtflugverbot am BER ab.