Flughafen BER

Mehdorn gerät im BER-Projektausschuss unter Druck

Von der Verpflichtung Hartmut Mehdorns hatte man sich wohl mehr versprochen: Vor allem Verkehrs-Staatssekretär Rainer Bomba ist „ungeduldig und etwas sauer“, dass es am BER nicht schneller geht.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Der Bund erhöht den Druck auf den Chef des Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn, einen Eröffnungstermin für das Milliardenprojekt zu nennen. „Ich bin ungeduldig und ich bin auch etwas sauer“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) am Freitag vor einer Sitzung des Projektausschusses. „Ich brauche keine Nebenkriegsschauplätze, ich brauche Fortschritt, ich brauche Termine und ich brauche Kosten“, sagte Bomba. „Herr Mehdorn hat uns versprochen, dass das in den nächsten Tagen kommt.“ Der Projektausschuss des Aufsichtsrats trat am Freitag zusammen, um über den Fortgang des Projekts zu beraten.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) stärkte Mehdorn abermals den Rücken. „Herr Mehdorn hat seine Position und die hat er vertreten. Insofern kämpft er für die Interessen des Flughafens“, sagte Wowereit und bezog sich auf den Widerstand des Flughafenchefs gegen ein strikteres Nachtflugverbot. „Da hat er die volle Unterstützung des Landes Berlin und auch des Bundes. Insofern ist da ein Einklang.“

Mehdorn „muss deutlich machen, wo seine Erfolge liegen“

Die Vertreter des dritten Flughafen-Eigentümers Brandenburg – Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linkspartei) und Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (SPD) – wollten sich zum Auftakt nicht äußern.

Bomba fügte hinzu: „Herr Mehdorn ist wirklich ein exzellenter Manager. Aber er muss jetzt auch klar und deutlich machen, wo seine Erfolge liegen.“ Die Firma Siemens könne seit Monaten nicht mit dem Umbau der Brandschutzanlage beginnen, weil der Flughafen noch nicht alle Pläne geliefert habe.

Themen im Projektausschuss sind auch die Sanierung der Nordbahn, der mögliche Weiterbetrieb des alten Flughafens Schönefeld und der Schallschutz. Bomba sagte, es werde Klartext gesprochen, schränkte auf Nachfrage aber ein: „Wir waschen uns nicht gegenseitig den Kopf.“