Ausschuss

Flughafengesellschaft fehlt Überblick über Kosten des BER

Die neue Finanzchefin des BER musste dem Haushaltsausschuss des Brandenburger Landtages Rede und Antwort stehen. Doch die Frage zu den Gesamtkosten des Flughafens konnte sie nicht beantworten.

Foto: Marc Tirl / dpa

Die Berliner Flughafengesellschaft hat derzeit keinen Überblick über ihre finanzielle Situation. Man beschäftige sich „intensiv“ mit der Frage, was der neue Flughafen BER kosten werde, sagte das für die Finanzen zuständige Vorstandsmitglied Heike Fölster am Donnerstag bei einer Anhörung in Haushaltsausschuss des Brandenburger Landtages in Potsdam.

Zu genauen Zahlen könne sie „keine Aussage machen“, sagte Hölster. Klar sei aber, dass der Flughafen wegen der Verzögerung des Baus teurer werde als die bisher vorgesehenen 4,6 Milliarden Euro.

Die Managerin sagte, man bemühe sich, dem Aufsichtsrat am 12. Dezember genauere Zahlen geben zu können. „Derzeit laufen die Planungen und Ausschreibungen für die Entrauchungsanlage.“ Erst danach könne eine seriöse Kostenplanung erstellt werden.

Kosten für Schulden deutlich gestiegen

Fölster sagte, die Kosten der Verschiebung des Starttermins beliefen sich bisher auf 35 Millionen Euro. Davon seien die Hälfte geringere Einnahmen als die, die am BER durch höhere Start- und Landegebühren erwirtschaftet hätte.

Der Flughafen habe aber derzeit keinen zusätzlichen Liquiditätsbedarf, sagte Fölster. Aus der Reserve von 1,2 Milliarden Euro, die die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund bereitgestellt haben, seien erst 242 Millionen abgerufen.

Auch aus dem Kreditrahmen der Flughafengesellschaft über 2,4 Milliarden Euro seien noch 130 Millionen nicht ausgegeben. Die Kosten für den Schuldendienst sind jedoch deutlich gestiegen. Fölster sprach von 120 Millionen Euro pro Jahr. Im Vorjahr musste die Flughafengesellschaft erst 106 Millionen für Zinsen bezahlen, bei einem Umsatz von 269 Millionen Euro.

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Abgeordnete der Opposition kritisierten, es sei kein Wunder, dass kaum Geld ausgegeben werde, wenn es auf der Baustelle nicht vorangehe. Sie bezogen sich auch auf Berichte, wonach die noch ausstehenden Arbeiten erst zu drei Prozent erledigt seien.

Flughafensprecher Ralf Kunkel nannte die Fortschritte „vernünftig“. Brandenburgs Flughafenkoordinator und Aufsichtsratsmitglied Rainer Bretschneider sagte hingegen, er sei überhaupt nicht zufrieden mit dem, was am BER passiere.

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