Die Flughafengesellschaft braucht für den Weiterbau des Flughafens BER in Schönefeld nach derzeitigem Stand für die Jahre 2013 und 2014 kein weiteres Geld. „Wir werden 2014 zurechtkommen, die Milliarde Euro reicht“, sagte Flughafenchef Hartmut Mehdorn am Montag vor dem Sonderausschuss des Brandenburger Landtages.

Brandenburgs Finanzminister und Aufsichtsratsmitglied Helmuth Markov (Linke) bestätigte: „Die Gesellschaft ist liquide – und das ohne Einschränkungen.“

Von den durch die EU genehmigten 1,2 Milliarden Euro habe die Flughafengesellschaft bislang erst rund 242 Millionen Euro abgerufen, so Markov. Wie viel der Bau des Hauptstadt-Airports am Ende kosten wird, sei derzeit nicht bezifferbar.

„Der Aufsichtsrat hat gefordert, dass die Flughafengesellschaft im Dezember eine valide Finanzplanung vorlegt“, sagte Brandenburgs Flughafenkoordinator und Aufsichtsrat Rainer Bretschneider. Derzeit werden die Gesamtkosten für den Flughafen offiziell mit 4,3 Milliarden Euro angegeben.

Testbetrieb geplant

Flughafenchef Mehdorn machte in der Sitzung deutlich, dass er an der geplanten Teileröffnung des Flughafens BER im Jahr 2014 mit einem Probebetrieb festhalten wolle. „Ich rechne im Januar mit der Baugenehmigung für den Umbau des Nordpiers “, sagte Mehdorn. „Wir kaufen uns durch den Testbetrieb Sicherheit und Zuverlässigkeit“, sagte er. „Wenn der Flughafen in Betrieb geht, muss er funktionieren. Dann guckt die ganze Welt zu.“ Der Umbau werde rund sechs Millionen Euro kosten. Zunächst sollen täglich vier Flugzeuge der Airline Germania dort starten und landen. Der Aufsichtsrat hat Mehdorns Plan allerdings noch nicht genehmigt.

Flughafen-Koordinator Rainer Bretschneider verteidigte die Entlassung von Technikchef Horst Amann aus der Geschäftsführung als Vertrauensbeweis für Flughafenchef Mehdorn. „Wir setzen auf Herrn Mehdorn, weil wir fertig werden wollen mit dem Flughafen, in schnellst- und bestmöglicher Weise“, sagte Bretschneider. Nach monatelangem Führungsstreit verlor Amann im Oktober seinen Posten als Technikchef. Er führt seit 1. November die Flughafen Energie und Wasser GmbH (FEW).

Im Streit um mehr Nachtruhe am Flughafen BER gibt es Bewegung. Laut Bretschneider haben sich Berlin und Brandenburg darauf geeinigt, die gemeinsame Planungskonferenz (Plako) einzuberufen. Es handelt sich um das höchste Planungsgremium der beiden Länder. Im November werde eine interministerielle Arbeitsgruppe das erste Treffen vorbereiten, kündigte der Staatssekretär an. Bretschneider sprach von einem Fortschritt. „Die Berliner bewegen sich.“ Brandenburg hatte dem Volksbegehren gegen Nachtflüge am BER zugestimmt – und will mit Berlin darüber verhandeln.