Hauptstadtflughafen

Lärmkommission berät neue Flugrouten für den BER

Ehe der neue Airport in Schönefeld startet, müssen die Flugrouten stehen. Am Montag beginnen neue Beratungen. Auch das Konzept eines Hobbypiloten aus Eichwalde wird dann auf dem Tisch liegen.

Fast zwei Jahre nach dem erbitterten Ringen um die Flugrouten für den neuen Hauptstadtflughafen beginnen an diesem Montag neue Debatten. Vertreter von Anrainer-Gemeinden und Luftfahrtbranche beraten in der Fluglärmkommission über Konsequenzen aus einem Urteil, das im September einen Teil des komplizierten Systems kippte.

Startende Maschinen sollen nachts einen Bogen um Blankenfelde-Mahlow machen, die am stärksten vom Fluglärm betroffene Gemeinde – was wiederum Widerstand in den Nachbarorten provoziert.

Zunächst will das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, das die Flugrouten festlegt, den 32 Bürgermeistern über das Urteil berichten. Zudem präsentiert die Deutsche Flugsicherung Vorschläge für Flugrouten, auf denen die Jets vorübergehend von der Südbahn aus starten sollen, während die Nordbahn saniert wird.

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Nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ wollen die Anrainer-Gemeinden Blankenfelde-Mahlow, Eichwalde und Wildau ein Alternativkonzept auf die Tagesordnung bringen, das von einem Hobby-Piloten aus Eichwalde stammt. Das nach ihm benannte „Modell Hoffmann“ sieht vor, die Zahl der Flugrouten zu reduzieren, indem außerhalb der Spitzenzeiten eine Bahn ausschließlich für Starts und die andere Bahn nur für Landungen benutzt wird. Die Zahl vom Fluglärm betroffener Anwohner solle dadurch um mehr als 100.000 sinken.

Gericht untersagte geplante Flüge über den Wannsee

Unterdessen geht das Bundesamt bei seinen Planungen noch von einer Inbetriebnahme des Airports im Juni 2014 aus. Der Flughafen hat sich aber noch nicht auf einen Termin festgelegt. Die Nordbahn wird indes schon für Starts und Landungen vom alten Schönefelder Flughafen genutzt und muss deshalb saniert werden.

Anfang 2012 hatte die Behörde nach erbitterten Protesten Betroffener die Flugrouten festgelegt. Sie gelten für Starts. Danach können die Maschinen Kurven fliegen, um Wohngebiete zu meiden. Bei Landungen aber müssen sie geradeaus fliegen.

Das Oberverwaltungsgericht untersagte jedoch inzwischen die geplanten Flüge über den Wannsee und zuletzt nächtliche Starts über Blankenfelde. Dagegen regt sich neuer Widerstand im benachbarten Berliner Stadtteil Lichtenrade und in Teltow. Tagsüber hebt jedoch nach den Plänen eine große Zahl von Maschinen über Blankenfelde ab. Diese Flüge genehmigte das Gericht.

Die Bürgerinitiativen bereiten unterdessen weitere Demonstrationen für ein Flugverbot von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr vor. Sie wollen am 19. Oktober 2013 vor die Zentrale der Berliner CDU in Schöneberg ziehen. Am 16. November ist der Landesverband der SPD im Stadtteil Wedding das Ziel. dpa/sei