BER-Debakel

BER-Technikchef Amann bleibt laut Senat im Amt

Um die Zukunft des BER-Technikchefs Horst Amann hatte es zuletzt Gerüchte gegeben, er werde abgelöst. Nun das Dementi des Senats: Amann soll trotz aller Querelen im Amt bleiben.

Foto: Günter Wicker / Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Der Berliner Flughafen-Technikchef Horst Amann steht nach offiziellen Angaben nicht vor der Ablösung. Senatssprecher Richard Meng dementierte am Donnerstag Informationen, wonach Amann mit dem Berliner Regierungschef und Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit (SPD) über einen Auflösungsvertrag verhandele. „Gerüchte kommen und Gerüchte gehen. Auch dieses Gerücht ist falsch“, sagte Meng. Amann sagte der „Bild“-Zeitung (Donnerstag): „Es gibt keine Verhandlungen über einen Auflösungsvertrag.“

Zuvor hatten Insider bestätigt, dass seit rund zwei Monaten über die Aufhebungsmodalitäten verhandelt werde. Wer die Nachfolge antreten soll, sei derzeit noch offen, hieß es weiter.

Hintergrund des Machtstreits: Seit seinem Amtsantritt im August 2012 ist Amann mit der Bestandsaufnahme der Mängel beschäftigt. Auf der BER-Baustelle herrscht seitdem weitgehend Stillstand. Amann hatte dies stets damit begründet, dass er erst neue Baupläne zeichnen lassen müsse, bevor die Arbeiter den BER fertigbauen könnten. Auf diese Weise wollte er neue Fehler vermeiden. Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn, seit März im Amt, hält von dieser Vorgehensweise nichts. Er will den BER so schnell wie möglich – und deshalb schrittweise – in Betrieb nehmen.

Mehdorn soll sich darüber beschwert haben, dass in jedem Monat 20 Millionen Euro für eine Baustelle fällig werden, „auf der Stillstand und Chaos herrschen“. Für zusätzlichen Zwist sorgte die Entscheidung Mehdorns, einige Experten an den BER zurückzuholen, die unter Amanns Führung gehen mussten. Dazu gehört der ehemalige Gesamtprojektleiter Joachim Korkhaus. Auch stellte Mehdorn Entscheidungen des Technik-Chefs infrage. So wollte Amann Kühlleitungen auf einer Länge von 50 Kilometern nachträglich isolieren lassen, was Mehdorns Vertraute für nicht notwendig erachtet hatten.

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Amann kam erst im August 2012 als Hoffnungsträger vom Frankfurter Flughafen nach Berlin. Er war damals aus dem Bundesverkehrsministerium vorgeschlagen worden. Der Bund gehört wie die Länder Berlin und Brandenburg zu den Gesellschaftern des Flughafens. dpa/alu