Flughafenchef Hartmut Mehdorn hat im Bauauschuss des Abgeordnetenhauses für seine Idee einer Teileröffnung des BER geworben. „Ich glaube nicht, dass ein Umzug in 24 Stunden von zwei Flughäfen auf einen Flughafen möglich ist“, sagte Mehdorn. „Daher wollen wir Dinge, die fertig sind, schon mal in Betrieb nehmen und daraus lernen.“ Dazu gehöre unter anderem das Cargo-Zentrum.
Das Nordpier könnte laut Mehdorn in vier bis sechs Wochen zur Abnahme fertig sein. Dann könnte der Probebetrieb beginnen. „Wir reden jetzt mit drei Airlines: Easyjet, Condor und Norwegian. Auf diese Weise könnten wir das System im Kleinen testen.“<<<Wie laut ist Ihr Kiez? Der Flugroutenradar der Morgenpost>>>Mehdorn sagte, er verstehe nicht, warum in den letzten zwölf Monaten nichts oder nur wenig am BER getan wurde. „Ich mach hier aber auch keine Ahnenforschung, sondern konzentriere mich auf die Inbetriebnahme .“ Er lasse jetzt aufräumen. „Dort stehen 10 Kilometer Bauzaun, 720 Container rum, das brauchen wir nicht.“ Das müssten die Firmen jetzt abholen. Am Flughafen sah's aus wie bei Lumpi unterm Sofa", so Mehdorn.
Mit seinem kraftvollen Auftreten versucht der seit drei Monaten amtierende Mehdorn offenbar, die wachsende Kritik an ihm zu übertönen. Das war bei einem so verkorksten Projekt wie dem neuen Hauptstadtflughafen, bei dem sich die Eröffnung um Jahre hinauszögert und der Bau am Ende wohl doppelt so teuer wird wie geplant, auch kaum anders zu erwarten. Doch die Schnelligkeit, mit der Mehdorn einen Gesellschafter nach dem anderen gegen sich aufgebracht hat, überraschte dann doch.
Hartmut Mehdorn ist in Machtkämpfen erfahren
Stören dürfte es einen Manager wie Mehdorn kaum. Er wird im Juli 71 Jahre alt. Wie man Kämpfe ausficht, hat er als Chef der Deutschen Bahn lange genug gelernt. Als er das ehemalige Staatsunternehmen umbaute, gab es zeitweise keinen Manager in Deutschland, der noch unbeliebter war als Mehdorn. Auf die Probleme in Berlin war er daher bestens vorbereitet.
Insofern passte es zu Mehdorn, dass er gleich an seinem ersten Arbeitstag Mitte März den längeren Betrieb von Tegel vorschlug und damit die Anwohner im Norden Berlins gegen sich aufbrachte. In Brandenburg verspielte er Sympathien, als er sich entschieden gegen eine Ausweitung des Nachtflugverbots stellte. Der Bund wiederum ist bislang der einzige Gesellschafter, der sich in Mehdorns Machtstreit mit Technikchef Horst Amann offen auf die Seite von Amann schlug.
Zur Arbeit von Technikchef Horst Amann, der seit August 2012 im Amt ist, äußerte sich Mehdorn in der Anhörung zunächst nicht.




