Hauptstadtflughafen

BER-Chef Mehdorn will Architekt Gerkan zurückholen

BER-Architekt Meinhard von Gerkan musst vor einem Jahr gehen. Zudem gab es eine Schadenersatzklage. Jetzt holt ihn der neue Flughafenchef Mehdorn offenbar zurück. Gespräche soll es bereits geben.

Foto: pa/dpa/dpa-ZB

Der neue Chef des künftigen Hauptstadtflughafens BER, Hartmut Mehdorn, will nach Informationen der „Bild am Sonntag“ den vor knapp einem Jahr entlassenen Stararchitekten Meinhard von Gerkan in das Flughafen-Projektteam zurückholen.

Zwei Geheimtreffen zwischen Mehdorn und Gerkan verliefen offenbar vielversprechend. Meinhard von Gerkan bestätigte der Zeitung Gespräche mit Mehdorn, wollte sie aber nicht kommentieren.

Gerkans Team war im Mai 2012 von der Flughafengesellschaft entlassen und später wegen angeblicher Fehlplanung auf Schadenersatz verklagt worden. Im Gegenzug hatte sein Architekturbüro der Flughafengesellschaft vorgeworfen, die verspätete Fertigstellung des Airports sowie erhebliche Mehrkosten durch insgesamt 286 Planänderungsanträge selbst verschuldet zu haben.

Der Schachzug Mehdorns, Architekt Gerkan wieder auf die Baustelle zu holen, könnte ebenso überraschend wirken wie seine Ankündigung, den innerstädtischen Flughafen Berlin-Tegel möglicherweise auch nach Eröffnung des neuen Hauptstadtairports BER weiter zu betreiben. Ein Gutachten dazu von Experten aus dem Bundestag wird im April erwartet.

Tegel muss geschlossen werden

Die Bundesregierung will sich allerdings nicht für einen dauerhaften Weiterbetrieb des Flughafens TXL einsetzen. „Alle Verfahren sind abgeschlossen und höchstrichterlich bestätigt. Die Beschluss- und Rechtslage ist aus unserer Sicht heute noch eindeutig“, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in einem Interview. Sechs Monate nach dem Start des neuen Hauptstadtflughafens erlösche die Betriebsgenehmigung von Tegel.

Die Pflicht, Tegel nach der Öffnung des neuen Flughafens in Schönefeld zu schließen, ergibt sich aus dem Planfeststellungsbeschluss, den das Bundesverwaltungsgericht 2006 bestätigte. Der neue Airport in Schönefeld soll die Altflughäfen Tegel, Schönefeld und den bereits geschlossenen City-Flughafen Tempelhof ersetzen.

Nur ein Berliner Flughafen statt derer drei gilt als effizienter, ermöglicht Umsteigeverkehr und verringert insgesamt die Zahl der Anwohner, die von Fluglärm betroffen sind. Der neue Airport wird wegen Planungs- und Baumängeln frühestens im Herbst 2014 in Betrieb gehen.