Hauptstadtflughafen

Platzeck rechnet mit neuem Streit um BER-Chefposten

Für Brandenburgs Ministerpräsident ist eine Beraterlösung am Hauptstadtflughafen vorerst vom Tisch. Er will sich auf die Chefsuche konzentrieren - und schließt dabei Ärger mit Wowereit nicht aus.

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Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) setzt nach der Absage von Wilhelm Bender als Chefberater des Hauptstadtflughafens alle Karten auf einen neuen Geschäftsführer. Die Idee, Technikchef Horst Amann einen Berater zur Seite zu stellen, sei vorerst vom Tisch, sagte Aufsichtsratschef Platzeck am Donnerstag auf Reisemesse ITB. „Der Zeitablauf bringt manchmal auch andere Lösungen.“

Jetzt solle zügig ein neuer Flughafenchef gefunden werden. Dabei könne er auch eine neue Honorardebatte mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nicht ausschließen, sagte Platzeck. „Mich wundert nichts mehr.“ Auch in der Nachtflugfrage erwarte er „schwierige Verhandlungen“.

Bender gibt Berlin Schuld an Absage

Das Vorhaben, den Ex-Chef des Frankfurter Flughafens als Berater für den BER zu gewinnen, war am Montag geplatzt. Bender, der zuvor bereits als neuer BER-Chef gehandelt wurde gab Berlin und Brandenburg einen zweiten Korb. Dabei gab er Berlin die Schuld für seine Absage. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hätten sich korrekt verhalten, sagte Bender der „Bild“-Zeitung. Nicht funktioniert habe dagegen die Zusammenarbeit mit dem dritten Gesellschafter Berlin.

Zuvor war durchgesickert, dass er einen Tagessatz von rund 4000 Euro inklusive Spesen und Reisekosten ausgehandelt hatte. Darüber war unter den Gesellschaftern Streit ausgebrochen. Der 68-jährige Bender war deshalb hart mit den Flughafen-Gesellschaftern ins Gericht gegangen. Vertraulichkeit sei mehrmals gebrochen worden, Verabredungen nicht eingehalten worden, hatte er kritisiert, sein gutes Verhältnis zu Platzeck aber hervorgehoben. Dieser muss nun weiter nach einem Flughafen-Retter suchen.

Der Aufsichtsrat tritt am Freitag wieder zusammen, um weitere Schritte zu besprechen. Noch immer besteht kein Überblick über das Ausmaß der Technikprobleme, Planungsfehler und Baumängel auf der Baustelle in Schönefeld.