Flughafen-Debakel

BER soll erst im Oktober 2013 eröffnet werden

Der geplante Eröffnungstermin im März ist nicht zu halten. Zu groß sind die technischen Probleme am BER – nicht nur mit dem Brandschutz.

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Der künftige Hauptstadtflughafen BER soll erst im Oktober 2013 eröffnet werden. Der neue Chefplaner Horst Amann werde als neuen Eröffnungstermin einen Termin Ende Oktober, voraussichtlich den 20. oder 27. Oktober, nennen. Das erfuhr Morgenpost Online aus Aufsichtsratskreisen.

Aufsichtsratssitzung wird vorverlegt

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft des neuen Hauptstadtflughafens BER tagt bereits am kommenden Freitag, den 7. September. Nach Informationen von Morgenpost Online wird die ursprünglich für 14. September geplante Sitzung damit um eine Woche vorverlegt werden. Dies sei am Wochenende nach einem Treffen mit dem neuen Chefplaner Horst Amann so beschlossen worden.

Der künftige Hauptstadtflughafen sollte ursprünglich am 3. Juni dieses Jahres eröffnet werden. Wegen der Probleme mit der komplizierten Brandschutzanlage musste der Termin kurzfristig abgesagt werden – nur dreieinhalb Wochen vor dem geplanten Start. Anschließend nannte der Aufsichtsrat den 17. März 2013 als den Tag, an dem der BER in Betrieb gehen sollte. Doch auch dieser Termin ist nun nicht zu halten, denn zu groß sind die technischen Probleme am BER – nicht nur mit dem Brandschutz.

Am Montag trafen sich nach Informationen von Morgenpost Online der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD), um über das weitere Vorgehen zu beraten. Offenbar will der Aufsichtsrat Handlungsstärke demonstrieren, indem er den Sitzungstermin jetzt um eine Woche vorzieht.

Brandschutzanlage funktioniert immer noch nicht

Unterdessen nehmen die Probleme auf der Baustelle in Schönefeld nicht ab. Die Brandschutzanlage funktioniert immer noch nicht. Die Bauarbeiten ruhen derzeit fast vollständig. Flughafen-Chefplaner Horst Amann wolle, um weiteres Chaos auf der Baustelle zu vermeiden, erst alle Planungen für das Milliardenprojekt aktualisieren, erfuhr Morgenpost Online aus Regierungskreisen. Erst dann soll weitergebaut werden.

Bauarbeiten ruhen

Am vergangenen Freitag hatte die neue „Soko BER“ des Bundesverkehrsministeriums unter Ministerialdirektor Michael Odenwald den Flughafen inspiziert. Dabei soll Chefplaner Amann deutlich gemacht haben, dass die Bauarbeiten erst „in einigen Wochen“ wieder voll aufgenommen würden. Zuvor seien Probleme wie die richtige Belegung von Kabeltrassen zu lösen – und weitere Tests der Anlagen erforderlich. Momentan werde nur noch an den Pavillons für den Check-In und für die Flugsicherheitskontrollen gebaut. Der Verkehrsausschuss des Bundestags will die Baustelle am 12. September besichtigen und wird dann wohl kaum Bauarbeiter vorfinden.

Eines der größten Probleme am Hauptstadtflughafen ist nach wie vor die Brandschutzanlage. Nach Informationen von Morgenpost Online funktionieren die technischen Abläufe auch deshalb nicht, weil die Planungen der Firmen nicht aufeinander abgestimmt sind. Die Pläne seien nicht einmal vollständig. Nach einem Bericht der „BZ“ wurden bis zum 15. Juli lediglich 15 von 140 Notfall-Szenarien erfolgreich geprüft. Auch Teile der Gepäckausgabe und Gepäckförderanlage hätten nicht funktioniert, heißt es unter Berufung auf einen internen Sachverständigen-Bericht. Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte am Montag, das Unternehmen kommentiere vor der Aufsichtsratssitzung keine Zwischenberichte.