Ein als gefährlich eingestufter mutmaßlicher Islamist hat für ein privates Sicherheitsunternehmen als Objektschützer an der Baustelle des BER in Schönefeld gearbeitet. Das Landeskriminalamt Brandenburg sieht jetzt „Anlass zur Sorge“, dass L. an der Planung und Vorbereitung eines Anschlags beteiligt sein könnte.
Die Tätigkeit des vor einigen Jahren zum Islam konvertierten jungen Berliners endete am 2. August durch eine Razzia des Hauptzollamtes Potsdam. Anlass waren Erkenntnisse des LKA Brandenburg, wonach L. einer möglicherweise illegalen Beschäftigung bei einer Sicherheitsfirma im Bereich der Flughafenbaustelle nachgehen soll.
Dem Berliner LKA war der 21-Jährige bereits vorher durch enge Kontakte zu den mutmaßlichen Islamisten Hani N. und Samir M. aufgefallen. Die beiden Männer waren im vergangenen Jahr wegen des Verdachts der Planung eines Anschlags festgenommen worden. Der Verdacht konnte allerdings nicht erhärtet werden, beide Männer mussten nach kurzer Zeit wieder freigelassen werden.
System von Sub-Unternehmen
Dass L. an die Tätigkeit in einem heiklen sicherheitsrelevanten Bereich gelangen konnte, hängt offenbar mit dem auch in Sicherheitsbereichen häufig praktizierten System von Sub-Unternehmen zusammen. Der Hauptauftragnehmer vergab Teilaufträge an einen Unterauftragnehmer weiter, der wiederum Mitarbeiter einer dritten Firma für die Tätigkeit am Flughafen hinzugezogen hat, unter ihnen offenbar auch Florian L.
Ralf Kunkel, Sprecher der Flughafengesellschaft, betonte am Dienstag, Florian L. habe nur außerhalb des Baustellengeländes und damit auch außerhalb des zukünftigen Luftsicherheitsbereiches gearbeitet. Aus Sicherheitskreisen verlautete allerdings, L. habe zeitweilig den Zugang zur Baustelle kontrolliert.
Polizei und Flughafengesellschaft haben sich inzwischen darüber abgestimmt, welche Maßnahmen zur Verhinderung künftiger Sicherheitsverstöße eingeführt werden. Florian L. steht schon länger im Fokus der Behörden. Unter seinem arabischen Namen Abu Azzam al Almani (der Deutsche) verbreitet er Hasstiraden über Andersgläubige im Internet.
Zudem soll er zum Umfeld des Salafistenführers Reda S. gehören, der verdächtigt wird, Financier des Al-Qaida-Anschlags in Bali im Oktober 2002 zu sein. Dass das Berliner LKA dem 21-Jährigen auf die Spur kam, ist einem Frühwarnsystem des Staatsschutzes zu verdanken. Es soll potenzielle Gefährder erkennen – noch bevor sie aktiv werden. „Der Fall zeigt, dass es funktioniert“, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich.
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