Das Bundesverkehrsministerium wusste offenbar bereits im Januar, dass die Inbetriebnahme des Flughafens BER am 3. Juni 2012 gefährdet ist.

Das geht aus dem Schriftverkehr zwischen Mitarbeitern des Ministeriums und des Flughafens hervor. Darin wird die Einschätzung des ehemaligen technischen Geschäftsführers, Manfred Körtgen, über den Stand des Genehmigungsverfahrens für die Entrauchungsanlage wiedergegeben.

Eine Zustimmung der Behörde im März wird darin als „wahrscheinlich“ bezeichnet. Dennoch bestanden im Ministerium laut diesem Schreiben weiterhin Zweifel daran, ob der geplante Eröffnungstermin tatsächlich gehalten werden kann. In der E-Mail heißt es: „Auch wenn sich nach dem vorliegenden Zwischenbericht die ursprüngliche Problematik entschärft hat, bleibt zur Zeit ein Restrisiko für den BER-Inbetriebnahmetermin, weil mehr als 90 Prozent der Brandschutzklappen bereits verbaut worden sein sollen und der Zeitbedarf für deren theoretischen Rückbau den Zeitraum bis zum BER-Eröffnungstermin weit überschreiten dürfte.“

Der ehemalige Geschäftsführer Körtgen sollte sich laut Papier „umgehend zurückmelden“, wenn nach seiner Einschätzung erneut „Sand ins Getriebe“ geraten sollte. Zum Schluss bittet der Schreiber darum, seine Informationen an Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) im Verkehrsministerium weiterzuleiten. Dieser sitzt für den Bund im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft.

Kein Kommentar vom Ministerium

Bislang behaupten die Mitglieder des Aufsichtsrats, dass sie im Dezember erstmals von Problemen beim Brandschutz gehört haben. Sie seien aber auch bei der nächsten Sitzung im April davon ausgegangen, dass der Starttermin dadurch nicht beeinträchtigt sei. In dem Schreiben wird dagegen ein „Restrisiko“ erwähnt, das im Januar bestanden habe und das von der Geschäftsführung des Flughafens damals nicht beseitigt werden konnte.

Im Anschluss vergingen mehr als drei Monate, bis aus genau diesem Grund die Eröffnung verschoben wurde. Das Ministerium wollte das Schreiben nicht kommentieren. Die Flughafengeschäftsführung habe stets versichert, die Risiken rechtzeitig in den Griff zu bekommen, sagte ein Sprecher.

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