Flughafenchef Rainer Schwarz hatte seinen Kleiderschrank morgens nach einer orangen Krawatte durchsucht. Damit wollte er nach eigenen Angaben seinem Gast eine Freude machen. Denn Easyjet hatte ein ganz besonderes Flugzeug auf dem Vorfeld des neuen Flughafens BER geparkt. Auf dem Flieger war nicht nur der für Easyjet typische orange Schriftzug zu sehen, sondern auch ein schwarz-weißes Bild von Willy Brandt, dem Namenspatron des BER. „Wir sind stolz, mit einem so angesehenen Politiker auf diese Weise verbunden zu sein“, sagte Easyjet-Chefin Carolyn McCall bei der Taufe des Flugzeugs am BER.
Tatsächlich hat aber auch der Flughafen Schönefeld guten Grund, Easyjet verpflichtet zu sein. 2004 landete erstmals ein Flieger der britischen Billigfluglinie in Schönefeld. Seither hat Easyjet stark zum Wachstum des Flugverkehrs von und nach Berlin beigetragen. Im vergangenen Jahr beförderte Easyjet in Berlin 3,7 Millionen Passagiere. Ihre Hauptziele waren London, Barcelona, Paris, Rom und Basel. „Easyjet hat einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung des alten Flughafens in Schönefeld geleistet“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD). „Damit ist die Grundlage geschaffen, dass wir optimistisch in die Zukunft des neuen Flughafens schauen können.“
Easyjet lockt seine Fluggäste durch Niedrigpreise
Am BER will Easyjet sein Streckennetz weiter ausbauen. Derzeit fliegt Easyjet von Berlin aus 35 Ziele in Europa und Nordafrika an. Ab Juni werden auch die griechischen Inseln Rhodos und Mykonos in das Programm aufgenommen.
Easyjet lockt seine Fluggäste vor allem durch den vergleichsweise niedrigen Ticketpreis. Dafür spart das Unternehmen am Service und verlangt beispielsweise für Getränke an Bord Geld. Dies hat die Fluggäste jedoch nicht davon abgehalten, sich an Bord etwas zu bestellen. Allein die Berliner Kunden tranken laut Unternehmensangaben in den vergangenen acht Jahren so viel Kaffee wie in umgerechnet rund 380 Badewannen passen würde.



