Hauptstadtflughafen

BER-Anwohner bekommen mehr Geld für Schallschutz

Die Flughafengesellschaft verspricht 17 Millionen Euro zusätzlich für die von Fluglärm betroffenen Anwohner. Bürger sprechen von einem Ablenkungsmanöver.

Foto: DAPD

Der künftige Hauptstadtflughafen steckt mehr Geld in den Schallschutz für Anwohner. Der Aufsichtsrat des Unternehmens beschloss am Freitag, 17 Millionen Euro zusätzlich bereitzustellen. Wie die Flughafengesellschaft mitteilte, haben Hausbesitzer künftig auch für Wintergärten und kleine Wohnküchen Anspruch auf Entschädigung beziehungsweise Schallschutzmaßnahmen. Außerdem solle es nun möglich sein, flexibler auf Einzelfälle zu reagieren. „Wir werden besser und bürgernäher“, kommentierte Flughafenchef Rainer Schwarz nach Angaben des Unternehmens die Entscheidung.

Insgesamt stehen damit 157 Millionen Euro für Schallschutz bereit. „Das ist ein Erfolg für die am stärksten von Fluglärm betroffenen Anwohner des neuen Flughafens“, teilte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) mit. Die Bürgerinitiative „Fluglärmfreie Havelseen“ erklärte hingegen, die neuen Regelungen seien „nichts anderes als Almosen“. Sie warf dem Flughafen vor, das Paket diene nur der Ablenkung: Gleichzeitig versuche der Airport, „den Schallschutz massiv zu verschlechtern“.

Der Flughafen hatte am Donnerstag einen Antrag beim Brandenburger Infrastrukturministerium gestellt, um zu klären, wie oft am Tag der Lärmpegel von 55 Dezibel überschritten werden darf. Der brandenburgische CDU-Verkehrspolitiker Rainer Genilke forderte Platzeck mit Blick auf dieses Ansinnen am Freitag auf, „eine klare Entscheidung für einen umfassenden Lärmschutz zu treffen“. Um den Lärmschutz am Flughafen Berlin Brandenburg wird seit Monaten gestritten.