Wer regional einkauft, tut etwas für die Umwelt. Denn durch die kürzeren Transportwege wird weniger CO₂ ausgestoßen, was das Klima entlastet. Gleichzeitig sind regionale Produkte aber oft teurer, weil die Produktionskosten in Deutschland höher sind als in anderen Ländern.
Besonders zu spüren bekommen das in diesem Jahr alle, die regionale Erdbeeren kaufen. Der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg rechnet mit hohen Preisen. Ein anderes Obst aus der Umgebung von Berlin gibt es dagegen ungewöhnlich günstig: Äpfel. Die Preise seien im Keller, weil sie oft im Supermarkt liegen bleiben. Die Nachfrage sei gering, die Menschen hätten mehr Lust auf exotische Früchte wie Mangos und Kiwis, erklärt der Vizepräsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg, Thomas Bröcker.
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Viele Obstbaubetriebe gerieten dadurch wirtschaftlich zunehmend unter Druck: „Es ist für alle schwierig im Moment“, klagte er. Steigende Kosten und auch veränderte Essgewohnheiten würden den Betrieben zusetzen.
Erdbeeren kosten teils sechs Euro für 500 Gramm
Erdbeeren aus heimischem Anbau seien relativ teuer, sagte Bröcker. Die ersten Früchte kosteten um die sechs Euro je 500 Gramm. „Weit unter 8 Euro je Kilo wird es nicht gehen.“ Der Grund seien hohe Produktionskosten. Allein die Löhne machten etwa 60 Prozent der Kosten aus.
Im vergangenen Jahr hatte der Preis für das Kilogramm heimischer Erdbeeren laut Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft in der Hauptsaison zwischen Mai bis Mitte Juli um die 6,90 Euro gelegen. Der Vergleich zu 2015 zeigt einen Preisanstieg von rund 70 Prozent.
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Verband: Selbst Erdbeeren pflücken ist ein Trend
Viele Betriebe setzen angesichts gestiegener Lohnkosten auf eine direkte Ernte vom Feld. „In Mode kommt, die Erdbeeren selbst pflücken zu lassen“, so Bröcker. In Brandenburg gibt es laut Verband um die 60 Erdbeer-Betriebe.
Einige Höfe kündigten an, dass die Selbstpflück-Saison für Freiland-Erdbeeren gegen Ende Mai oder Anfang Juni startet. Der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg eröffnet die Erdbeer-Saison zudem offiziell am 28. Mai auf dem Spreewaldhof Niewitz (Kreis Dahme-Spreewald).
Die Anbauflächen in Brandenburg sind laut Verband in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen – sowohl bei Freiland-Erdbeeren als auch im geschützten Anbau. Zwar könne die Kälte im April vereinzelt Schäden verursacht haben, insgesamt rechne er aber mit normalen Erdbeererträgen, sagte Vizepräsident und Obstbauer Bröcker.
Niedrige Preise bei Äpfeln
Schwierig ist die Lage bei Äpfeln. Wegen hoher Erntemengen in Europa 2025 seien zu viele Äpfel im Markt, die Preise für die Landwirte seien „katastrophal“, sagte Bröcker, der Obstbauer in Frankfurt (Oder) ist und Äpfel erntet. „Netto bleibt zu wenig übrig.“
Gleichzeitig gehe der Apfelverbrauch kontinuierlich zurück. Verbraucher griffen häufiger etwa zu Beerenobst aus Marokko und Südfrüchten wie Mango oder Kiwi, deren Qualität besser geworden sei, meinte Bröcker.
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, waren die Erzeugerpreise für Obst im März 2026 um 31,2 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Preissenkungen gab es unter anderem bei Tafeläpfeln mit minus 33 Prozent.
dpa




