Die parteilose Bewerberin Noosha Aubel und der SPD-Kandidat Severin Fischer gehen bei der Oberbürgermeisterwahl in Potsdam in die Stichwahl. Die Flensburger Dezernentin und frühere Potsdamer Beigeordnete Aubel lag mit 34,0 Prozent im ersten Durchgang klar vorn, wie aus dem vorläufigen Ergebnis hervorgeht. Berlins Wirtschaftsstaatssekretär Fischer erreichte 16,9 Prozent. Damit fällt am 12. Oktober die Entscheidung, ob die SPD die Stadt nach 35 Jahren weiterregiert oder nicht.

Oberbürgermeisterwahl 2025 in Potsdam - Noosha Aubel
Noosha Aubel (parteilos), Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl 2025 in Potsdam.© Fabian Sommer/dpa | Fabian Sommer

Aubel war von 2017 bis 2023 Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport in Potsdam. Sie verließ den Posten wegen Differenzen mit dem damaligen Oberbürgermeister Mike Schubert. Aubel setzt sich unter anderem für eine funktionierende Stadt ein. Mit Fischer setzt die SPD auf einen Kandidaten von außen. Der gebürtige Franke ist enger Wegbegleiter von Franziska Giffey. Er will zum Beispiel bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Oberbürgermeister-Wahl in Potsdam: Fünf Kandidaten scheiden aus

Fünf Bewerber sind bereits ausgeschieden. Der CDU-Kandidat Clemens Viehrig kam auf 16,5 Prozent, knapp hinter Fischer. Dirk Harder (parteilos, für Linke) erhielt 16,0 Prozent. Der AfD-Bewerber Chaled-Uwe Said erreichte 13,0 Prozent. Dahinter lagen Michael Reichert (BVB/Freie Wähler) mit 2,8 Prozent und Alexander D. Wietschel (Die Partei) mit 0,8 Prozent. Rund 143.000 Potsdamer waren zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,5 Prozent.

Oberbürgermeisterwahl 2025 in Potsdam - Severin Fischer
Severin Fischer (SPD), Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl 2025 in Potsdam.© Fabian Sommer/dpa | Fabian Sommer

Die vorgezogene Abstimmung ist notwendig, weil Schubert nach Kritik an seiner Amtsführung per Bürgerentscheid abgewählt wurde. Mehrere Stadtfraktionen warfen ihm Missmanagement vor. Er galt auch wegen einer Affäre um kostenlose Tickets für Sportveranstaltungen als politisch beschädigt. Seit der Einheit stellte die SPD den OB der Landeshauptstadt, darunter war Matthias Platzeck, der danach Ministerpräsident wurde.

Oberbürgermeister-Wahl in Frankfurt/Oder: Parteiloser Bewerber gegen AfD-Kandidat

In Frankfurt (Oder) gehen der parteilose Einzelbewerber Axel Strasser und der AfD-Kandidat Wilko Möller in die Stichwahl. Im ersten Durchgang lag Strasser mit 32,4 Prozent nach dem vorläufigen Ergebnis überraschend vorn, vor Möller mit 30,2 Prozent. Keiner der vier Bewerber erreichte die absolute Mehrheit – damit fällt die Entscheidung auch dort am 12. Oktober.

Das Stadtoberhaupt in Frankfurt (Oder) muss vorzeitig neu gewählt werden, weil der bisherige Oberbürgermeister René Wilke (parteilos) nach dem Rücktritt von Innenministerin Katrin Lange (SPD) als ihr Nachfolger nach Potsdam gewechselt war. Der Einzelbewerber Strasser in Frankfurt (Oder) ist Referent bei der IHK Ostbrandenburg. Er möchte die Wirtschaft voranbringen. Wilke unterstützte die CDU-Kandidatin Schrade.

dpa/dw