Am Sonntag wählen die Potsdamerinnen und Potsdamer ein neues Stadtoberhaupt. Sechs Bewerber und eine Bewerberin treten an, um die Nachfolge von Mike Schubert (SPD) zu übernehmen. Der frühere Rathauschef war im Mai per Bürgerentscheid abgewählt worden – nun stellt sich die Frage: Kann die SPD das Amt nach 35 Jahren wieder verteidigen, oder stellt erstmals seit der Wiedervereinigung eine andere Partei den Oberbürgermeister? Die wichtigsten Informationen im Überblick.

Wahl in Potsdam: Das sind die Kandidaten

Für die Oberbürgermeisterwahl stehen sechs Männer und eine Frau auf dem Stimmzettel:

  • Severin Fischer (SPD)
  • Clemens Viehrig (CDU)
  • Chaled-Uwe Said (AfD)
  • Dirk Harder (Die Linke)
  • Michael Reichert (BVB/Freie Wähler)
  • Alexander Wietschel (Die Partei)
  • Noosha Aubel (parteilos, unterstützt von Grünen, Volt, Die Andere und BfW)

Mit der parteilosen Ex-Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel könnte erstmals eine Frau ins Potsdamer Rathaus einziehen. Unterstützt wird sie von den Grünen, der Wählergruppe Die Andere, Volt und dem Wagenknecht-Ableger BfW. Diese Parteien und Wählergruppen kamen bei der letzten Kommunalwahl 2024 gemeinsam auf 34,8 Prozent der Stimmen.

Potsdam wählt neuen Oberbürgermeister: Wann es Ergebnisse gibt

Das vorläufige Ergebnis soll am Sonntagabend gegen 21 Uhr vorliegen. „Ich rechne mit einem engen Rennen“, sagte Wahlleiter Stefan Tolksdorf dem rbb. Sollte kein Kandidat oder keine Kandidatin die absolute Mehrheit erreichen, ist eine Stichwahl am 12. Oktober nötig. „Dieses Szenario gilt als wahrscheinlich, wir planen die Stichwahl auch voll mit“, so Tolksdorf. Wer die Auszählung live verfolgen möchte, kann ab 18 Uhr im Potsdam Museum am Alten Markt die öffentlichen Wahlveranstaltungen der Stadtverwaltung besuchen.

Wahl in Potsdam: 143.000 Menschen an die Urnen gerufen

Rund 143.000 Potsdamerinnen und Potsdamer sind wahlberechtigt, darunter alle Deutschen und EU-Bürger ab 16 Jahren mit Hauptwohnsitz in der Stadt. 90 Wahllokale öffnen am Sonntag von 8 bis 18 Uhr, unterstützt von etwa 1.200 Wahlhelferinnen und Wahlhelfern. Bis Mittwochabend gingen außerdem 29.149 Briefwahl-Anträge ein – knapp 4.600 weniger als bei der Kommunalwahl im Vorjahr. Tolksdorf rechnet dennoch mit einer leicht höheren Beteiligung als 2018, als 53 Prozent der Wahlberechtigten abstimmten: „Ich vermute, wir schaffen am Ende die 60 Prozent.“

Im Wahlkampf standen vor allem die klamme Stadtkasse, bezahlbares Wohnen, Verkehr und ÖPNV, Klimaschutzprojekte sowie das Klinikum im Fokus. Bis zur Wahl und der offiziellen Amtsübergabe führt Burkhard Exner (SPD) die Stadtgeschäfte weiter.

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Seit der Wiedervereinigung wurde das Stadtoberhaupt Potsdams bisher immer von der SPD gestellt. Bei der vergangenen Wahl setzte sich Mike Schubert (SPD) 2018 in einer Stichwahl gegen Martina Trauth (parteilos, für Die Linke) durch. Seine reguläre Amtszeit hätte erst 2026 geendet, doch nach Kritik an seiner Amtsführung machte die Abwahl per Bürgerentscheid im Mai die Neuwahl notwendig.