Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) muss sein Amt vorzeitig niederlegen. Bei einem Bürgerentscheid stimmten 68,3 Prozent der Wählerinnen und Wähler für das vorzeitige Ende seiner Amtszeit, wie die Stadt nach Auszählung aller Stimmen mitteilte. Auch das nötige Quorum wurde erreicht: 35.764 Ja-Stimmen waren notwendig – 36.228 wurden abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 37,2 Prozent.

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Schubert war seit 2018 Oberbürgermeister in der brandenburgischen Landeshauptstadt. Nach rund sieben Jahren im Amt galt er als politisch isoliert. Während ihn nur noch die SPD unterstützte, forderten sämtliche anderen Stadtfraktionen einen personellen Neuanfang. Streit gab es unter anderem um lange Wartezeiten in der Verwaltung, die Finanzen der Stadt und den Umgang mit Personalfragen.
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Hinzu kam eine Affäre um kostenlose VIP-Tickets: Schubert hatte jahrelang kostenlose Eintrittskarten für Sportveranstaltungen angenommen. Ein Ermittlungsverfahren wegen Vorteilsannahme stellte die Staatsanwaltschaft Ende 2024 zwar gegen eine Geldauflage ein – dennoch sah sich der SPD-Politiker öffentlicher Kritik ausgesetzt. Einen Rücktritt lehnte er ab. Schubert bestritt stets, korrupt zu sein, räumte aber ein, sich angreifbar gemacht zu haben.
Nach dem klaren Votum der Potsdamer muss Schubert nun vorzeitig das Amt abgeben. Eigentlich hätte seine Amtszeit noch bis 2026 gedauert. Innerhalb von fünf Monaten muss ein neuer Wahltermin festgelegt werden. Bis dahin übernimmt Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) kommissarisch die Amtsgeschäfte.
dpa/kath





