Taucher des Kampfmittelräumungsdienstes haben in Velten (Landkreis Oberhavel) den verpackten Schädel eines Menschen im Wasser entdeckt. Die Taucher wollten am Freitag den Abriss einer Brücke in der Nähe der Parkallee vorbereiten und waren auf der Suche nach Munitionsteilen, wie die Polizei mitteilte. Unterhalb der Brücke, im Veltener Stichkanal, machten sie dann den grausigen Fund. Es sei bislang unklar, ob der Kopf zu einem Mann oder einer Frau gehöre, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Neuruppin auf Nachfrage. Die Suche nach weiteren Leichenteilen durch Taucher dauert an.
Schädelfund in Velten: Staatsanwaltschaft ermittelt
Geklärt werden muss nun auch, wie lange sich der Schädel schon im Wasser befand. Hierzu wurden Wasserproben entnommen, wie eine Sprecherin der Brandenburger Polizeidirektion Nord dieser Redaktion anvertraute. Anhand dieser Proben könnten die Zersetzungszeiten der Knochen bestimmt werden. Das ist wichtig, um herauszufinden, ob es sich möglicherweise um einen schon länger zurückliegenden Kriminalfall handelt oder um eine relativ frische Leiche.
Die Hintergründe des Fundes in Brandenburg sind unklar, nähere Informationen werden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht. So ist bislang etwa nicht bekannt gegeben worden, in welchem Material die menschlichen Überreste genau verpackt wurden. Nur so viel: Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft haben Ermittlungen aufgenommen, um die Todesursache und die Identität der toten Person herauszufinden. Ob es etwa einen Zusammenhang mit einem vermissten jungen Mann aus Rathenow gibt, blieb offen.
Zahnstatus soll zeigen, ob es sich um eine vermisste Person handelt
Der Schädel befinde sich mittlerweile in der Rechtsmedizin, so eine Sprecherin. „Hier werden DNA-Proben genommen und der Zahnstatus überprüft“, sagte sie. Diese Abgleiche dienten dazu, um zu überprüfen, ob es sich möglicherweise um eine vermisste Person aus der Region handelt: „Wenn bei dem Verschwinden eines Menschen eine Straftat beziehungsweise ein Verbrechen vermutet wird, dann fordert die Polizei medizinische Unterlagen ein.“
Mit ersten Ergebnissen ist aber höchstens erst in der kommenden Woche zu rechnen, manchmal könnten DNA-Analysen auch bis zu zwei Wochen dauern, heißt es von der Polizei. Hinweise, etwa auch von Zeugen, nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Eine DNA-Untersuchung habe allerdings ergeben, „dass es sich nicht um die Leiche einer bislang vermissten jungen Frau in einem hiesigen Mordfall handelt“. Eine hochschwangere 17-jährige Frau war 1997 in Hennigsdorf bei Berlin getötet worden, ihr Leichnam ist bis heute nicht gefunden worden.
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In der Vergangenheit kam es auch in Berlin immer wieder zu Fällen, in denen Mörder die Köpfe ihrer Opfer abtrennten. Ermittler gehen davon aus, dass dies vor allem die Identifizierung der verstümmelten Rest-Leiche erschweren soll. Manchmal wird auch vermutet, dass der Kopf als Trophäe des Täters dienen könnte. So etwa möglicherweise beim Cold Case der 1997 ermordeten Wilmersdorferin Ilse-Maren Graalfs. Ihre kopflose Leiche wurde damals in einem Entwässerungsgraben in Mecklenburg gefunden - von ihrem Schädel ebenso wie von ihrem Mörder fehlt bis heute aber jede Spur.
mit dpa



