Flüchtlinge

Brandanschlag in Nauen - Schule kritisiert Ermittler

Nach den Anschlag auf die Turnhalle fordert die Schulleiterin von Polizei und Politik Konzepte für einen besseren Schutz des Geländes.

Die Leiterin des Leonardo-da-Vinci-Campus in Nauen hat Kritik an den Ermittlungsbehörden geübt. Auf dem Gelände des Campus war Dienstagnacht die Turnhalle durch einen Brandanschlag zerstört worden. „Mir gelingt es seit zwei Tagen nicht, einen Termin bei den Ermittlungsbehörden zu bekommen“, sagte Irene Petrovic-Wettstädt am Donnerstag.

Sie erwarte von der Polizei und der Politik Konzepte, wie die Schüler des Campus künftig geschützt werden, sagte die Schulleiterin weiter. Auf dem Gelände befindet sich eine Kita, eine Grund- und Gesamtschule, ein Gymnasium und ein Internat. „Die Internatsschüler haben nur 20 Meter von der Schule entfernt geschlafen“, sagte Petrovic-Wettstädt.

Die Kita sei trotz der Sommerferien geöffnet. Neben dem Schutz der Kita-Kinder und Schüler sei ein Konzept gegen den latenten Rassismus in Nauen nötig. Schüler seien bereits von

"Angst vor diesem Mob“

Der Nauener Bürgermeister, Detlef Fleischmann (SPD), kündigte bei dem Treffen an, sich von dem Brandanschlag nicht vom Weg der Willkommenskultur abbringen zu lassen. „Wer gemeint hat, durch das Anzünden der Turnhalle, unsere Pflicht zu helfen zerstören zu können, hat das Gegenteil bewirkt“, sagte Fleischmann.

Die Stadt suche derzeit nach einer geeigneten Ersatzunterkunft. Er hoffe, dass die sogenannten besorgten Bürger durch den Anschlag aufgerüttelt worden sind und sich nicht mit Kriminellen gemein machten. „Es gibt keine Relativierung dieser hoch kriminellen Tat. Herzlich willkommen soll weiter die Devise lauten“, sagte Fleischmann.

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Die Turnhalle war Dienstagnacht in Brand gesetzt worden. Bis zum Dezember sollten hier Flüchtlinge übergangsweise untergebracht werden, bis eine dauerhafte Unterkunft fertig gestellt ist. Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht. Im Februar hatte ein rechter Mob bereits eine Sitzung der Stadtversammlung gesprengt. „Ich habe keine Angst vor Flüchtlingen, ich habe Angst vor diesem Mob“, sagte Fleischmann.

Ursache für Feuer in Berlin noch unklar

Unterdessen ist noch immer Unklar, wie es zum Brand in einer Berliner Turnhalle gekommen ist. Die Ermittlungen zur Ursache des Feuers auf dem Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Wittenau dauerten auch am Donnerstag an. Rund 100 Feuerwehrleute hatten dort am Mittwoch den Brand einer Turnhalle unter Kontrolle gebracht und ein Übergreifen auf andere Gebäude verhindert, wo Flüchtlinge untergebracht sind.