– Der Grottensaal im Neuen Palais von Potsdam-Sanssouci, eine der Hauptattraktionen im Unesco-Weltkulturerbe, ist wieder zugänglich. Mit großem Aufwand sei der Raum seit Mai 2013 restauriert und saniert worden, sagte Hartmut Dorgerloh, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, am Dienstag.

Mehr als 20.000 Konchylien – Schalen von Weichtieren wie Muscheln und Schnecken –, vielfarbige Schlacken, glitzernde und glimmende Quarze und Minerale wurden für rund 600.000 Euro gereinigt und teils ersetzt. Damit ist nun einer der beiden zentralen Festsäle im früheren Gästeschloss Friedrichs des Großen (1712-1786) wieder für Besucher zugänglich.

Der Grottensaal sei ein „Juwel unseres Kulturerbes“ und ein „ungewöhnlich markantes Zeugnis der preußisch-europäischen Geschichte“, betonte Bundeskulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zur Eröffnung. Sie kündigte an, sich im Bundestag für eine Fortsetzung des 2017 auslaufenden Sonderinvestitionsprogramms für die preußischen Schlösser und Gärten einzusetzen.

Das „geheimnisvolle Glitzern und Funkeln“ der Pflanzenmotive, Drachen und anderen Fabelwesen des Saals habe einst die Gäste Friedrichs des Großen beeindrucken sollen, hieß es bei der Schlösserstiftung. Die Sanierung des Marmorsaals, des zweiten Festsaals im Neuen Palais, solle 2016 abgeschlossen werden. Für die Arbeiten an beiden Festsälen des von 1763 bis 1769 errichteten preußischen Schlosses sind knapp fünf Millionen Euro veranschlagt.

Die Restaurierungen werden aus dem Sonderinvestitionsprogramm der Bundeskulturbeauftragten und der Länder Brandenburg und Berlin finanziert. In dem rund 155 Millionen Euro umfassenden Masterplan sind insgesamt 26 Millionen Euro für das Neue Palais vorgesehen. Das Bauwerk gilt als letzte bedeutende Schlossanlage des preußischen Barock.

dpa/epd