Potsdam –

Brandenburg hofft auf Geld für Schlösser-Stiftung

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Verhandlungen über ein neues Sonderinvestitionsprogramm. Sanierungsbedarf weiter hoch

Potsdam –.  Die Länder Brandenburg und Berlin sind mit einer Schlösserlandschaft gesegnet, die es teilweise sogar auf die Weltkulturerbeliste der Unesco geschafft hat. Aber der Unterhalt verlangt auch enorm viel Geld.

So sind seit 1990 fast 300 Millionen Euro in Schlösser, historische Gebäude und Gartenanlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) geflossen. Dringenden Sanierungsbedarf gibt es aber noch immer. Die rot-rote Landesregierung in Potsdam strebt daher Verhandlungen mit dem Bund und dem Land Berlin über ein weiteres Sonderinvestitionsprogramm an. Das sagte Kulturministerin Sabine Kunst (SPD) in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage, die jetzt veröffentlicht wurde.

Der Bund und die beiden Länder sind die Träger der Stiftung. Sie verwaltet 35 Museumsschlösser, rund 150 historische Gebäude und fast 800 Hektar Garten- und Parkanlagen. Viele Anlagen seien dank der bisherigen Investitionen bereits in einem guten bis sehr guten Zustand, betonte Kunst. Doch es gebe immer noch Anlagen, deren baulicher Zustand gar nicht gut sei.

Jetziges Programm läuft bis 2017

Das aktuelle Programm mit 155 Millionen Euro für besonders schwer geschädigte Objekte läuft noch bis 2017. Der Bund trägt davon 77,5 Millionen, Brandenburg 53 Millionen und Berlin 24,53 Millionen Euro.

Für die Umsetzung hat die Stiftung einen Masterplan aufgestellt, geleitet vom Architekten Ayhan Ayrilmaz. Wie viel Geld genau für weitere Vorhaben im Zuge eines folgenden Sonderinvestitionsprogramms benötigt wird, lässt sich laut Ayrilmaz noch nicht genau beziffern. Er gehe aber von einem mittleren dreistelligen Betrag aus, sagte er.

Die Überlegungen zu Prioritäten stehen laut Brandenburgs Kulturministerin Kunst noch am Anfang, da die Verhandlungen erst im kommenden Jahr beginnen. Sanierungsbedarf besteht demnach beispielsweise am Berliner Schloss Charlottenburg. Unter anderem müssen laut Ayrilmaz Dächer, Fassaden, Heizungs-, Lüftungs, Sanitär- und Elektroanlagen der Großen Orangerie und des Theaterbaus erneuert werden. Auch die historischen Gartenanlagen im Umfeld des Schlosses stehen auf der Vorhabenliste.

Von einem weiteren Geldsegen profitieren könnten außerdem das Schloss Babelsberg, das Schloss Pfaueninsel, das Neue Palais und die Römischen Bäder. Im Schloss Babelsberg ist laut Architekt Ayrilmaz unter anderem einen Restaurierung und Sanierung der Innenräume nötig, im Neuen Palais müssen die Dächer und verschiedene Säle und Flügel des Hauses saniert werden. Am Schloss Pfaueninsel sind ebenfalls technische Anlagen, Innenräume und äußere Hülle betroffen. Außerdem müssen die desolaten Römischen Bäder im Potsdamer Park Sanssouci erneuert werden.

( dpa )