Die Polizei sucht noch immer fieberhaft nach dem kleinen Elias aus Potsdam. Die Beamten wollen am Wochenende vor allem den zahlreichen neuen Hinweisen nachgehen, sagte Jana Birnbaum, Pressesprecherin der Polizeidirektion West, am Sonnabendmorgen. Auch die Umgebung wird weiterhin abgesucht. So durchsuchten Polizisten die Laubenkolonie "Käthe Kollwitz" - bisher ohne Erfolg.

Der sechsjährige Junge war das letzte Mal am Mittwochabend auf einem Spielplatz direkt vor seinem Wohnhaus im Potsdamer Ortsteil Schlaatz gesehen worden. Seitdem gibt es von dem blonden Kind kein Lebenszeichen. Hinweise auf ein Verbrechen liegen nach Polizeiangaben bislang nicht vor, aber es könne ebenso wenig wie ein Unglücksfall ausgeschlossen werden.

Polizei und Helfer suchen fieberhaft nach vermisstem Elias

Anwohner und freiwillige Helfer suchen in einem Waldgebiet nach Spuren des verschwundenen sechsjährigen Elias.
Anwohner und freiwillige Helfer suchen in einem Waldgebiet nach Spuren des verschwundenen sechsjährigen Elias. © dpa | Nestor Bachmann
Nach ihm sucht die Polizei seit seinem Verschwinden am 08.07.2015.
Nach ihm sucht die Polizei seit seinem Verschwinden am 08.07.2015.© dpa | Nestor Bachmann
Der Erstklässler war nach Angaben seiner Mutter zuletzt auf einem Spielplatz im Stadtteil Schlaatz gewesen.
Der Erstklässler war nach Angaben seiner Mutter zuletzt auf einem Spielplatz im Stadtteil Schlaatz gewesen.© dpa | Nestor Bachmann
Am Donnerstag hatten sich bis zu 150 Polizisten an der Suche beteiligt.
Am Donnerstag hatten sich bis zu 150 Polizisten an der Suche beteiligt. © dpa | Nestor Bachmann
An mehreren Schulen wurden nach Polizeiangaben Lehrer und Schüler befragt sowie erneut Anwohner in dem Stadtteil.
An mehreren Schulen wurden nach Polizeiangaben Lehrer und Schüler befragt sowie erneut Anwohner in dem Stadtteil. © dpa | Nestor Bachmann

Nuthe-Ufer abgesucht

Bei der Suche nahm die Polizei am Freitag noch einmal die Nuthe ins Visier. Am Abend wurde der Uferstreifen des Flüsschens abgesucht, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Suchaktionen wurde laut Polizei bei Einbruch der Dunkelheit unterbrochen.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Youtube, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In der Nacht zu Sonnabend waren dann mehrere Ermittlerteams und weitere Helfer im Einsatz, um Informationen und Hinweise aus der Bevölkerung entgegenzunehmen und zeitnah zu prüfen. Einen Zusammnenhang mit der Anfang Mai in Sachsen-Anhalt verschwundenen fünfjährigen Inga gibt es laut Polizei nicht.

125 neue Hinweise - Ermittlerteam aufgestockt

Nach dem Zeugenaufruf der Polizeidirektion West vom Freitagvormittag gingen bis Sonnabend früh 5 Uhr insgesamt 125 Hinweise ein und wurden von der Polizei überprüft, wobei einige Prüfungen noch ausstehen bzw. noch laufen.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Youtube, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Auf Grund der überwältigenden Resonanz wurden am Sonnabendmorgen die Ermittlerteams noch einmal aufgestockt. Bisher war unter den Hinweisen jedoch noch nicht die entscheidende Spur zu dem vermissten Jungen.

Täglich hatten sich bisher bis zu 150 Polizisten an der Suche beteiligt, dazu kommen noch zahlreiche Freiwillige. Zudem war wieder ein Spürhund im Dienst. An mehreren Schulen wurden nach Polizeiangaben Lehrer und Schüler befragt sowie erneut Anwohner im Stadtteil Schlaatz. Auch hatte die Polizei Kontakt zum Filmpark Babelsberg aufgenommen, um herauszufinden, ob der Junge sich möglicherweise dort aufhält.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Youtube, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hilfe und nimmt Hinweise unter der Telefonnummer (0331) 55 08 11 08 entgegen. Die Polizei fragt:

  • Wer hat Elias seit dem 08.07.2015, ab 15:00 Uhr gesehen?
  • Wer war am 08.07.2015, ab 15:00 Uhr auf dem Spielplatz des Inselhofes?
  • Alle Personen, die auf dem Spielplatz waren, werden gebeten, sich zu unter der oben genannten Nummer zu melden.

"Eine Welle der Hilfsbereitschaft"

Auf Facebook hatten Freundinnen der Mutter einen Suchaufruf nach dem blonden Jungen gestartet. Außerdem verteilten sie Flyer. Die Polizei sieht diese Hilfe positiv. Es sei „unglaublich, so eine Welle der Hilfsbereitschaft zu erleben“, sagte eine Polizeisprecherin. Kritisch sehe sie jedoch, wie sehr „die Gerüchteküche über die sozialen Medien hochkocht“. Jeder wolle etwas gesehen haben, und die Polizei müsse allem nachgehen.

Für die Initiative „Vermisste Kinder“ ist die Suche nach einem verschwundenen Kind auch über soziale Medien grundsätzlich ein gutes Mittel. „Gerade wenn Verwandte und Freunde auf Facebook einen Aufruf starten, ist das absolut nachvollziehbar“, sagte Sprecher Daniel Kroll am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Ihr Wunsch sei aber, dass eine Suche über soziale Medien kanalisiert werde und es einen Kanal geben sollte, der von der Polizei gesteuert werde. „Sonst werden unglaublich viele Gerüchte gestreut.“

Nach Angaben des Brandenburger Polizeipräsidiums wurden im Land in den vergangenen Jahren im Schnitt 200 bis 250 Menschen vermisst. Knapp die Hälfte davon sei unter 18 Jahren. „Die allermeisten Vermisstenfälle gehen glimpflich aus“, sagte ein Sprecher. Darunter seien viele Ausreißer, die immer wieder wegliefen.

BM