Kind vermisst

Fall Elias - Chronik einer erfolglosen Suche in Potsdam

Seit Juli 2015 war der sechsjährigen Elias aus Potsdam verschwunden. Das Protokoll einer der größten Suchaktionen in Brandenburg.

Mittwoch, 8. Juli: Elias geht gegen 17.30 mit Wissen seiner Mutter auf einen Spielplatz, der in unmittelbarer Nähe der Wohnung im Potsdamer Wohngebiet Schlaatz liegt. Um 18.43 Uhr will die Mutter den Jungen zum Abendbrot holen, doch Elias ist nicht mehr da. Kurz nach 19 Uhr meldet die Mutter ihren sechsjährigen Sohn bei der Polizei als vermisst. Sofort löst die Polizei in Potsdam eine Suchaktion aus, mit dabei Suchhunde aus Potsdam und Berlin sowie ein Hubschrauber der Brandenburger Polizei. Der Helikopter sucht auch am Donnerstag noch die Neubauwohngebiete Schlaatz, Stern und Waldstadt sowie den Fluss Nuthe bis hin zur Mündung in die Havel ab.

Donnerstag, 9. Juli: Suchhunde gehen trotz Regens verschiedenen Fährten nach. Außerdem suchen Taucher mehrfach die Nuthe ab.

Freitag, 10. Juli: Um kurz nach 8 Uhr startet die Polizei im Schlaatz weitere Nachforschungen und befragt Anwohner und Passanten. 50 Hinweise kommen aus der Bevölkerung. Doch darunter ist keine heiße Spur.

Sonntag, 12. Juli: Bis zum Morgen sind 216 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Darunter ist nichts Verwertbares. Die Polizei sucht auch nordöstlich des Wohngebiets, befragt Anwohner.

Montag, 13. Juli: Die Polizei sucht wieder verstärkt im Wasser. Dabei wird nicht mehr nur in der Nuthe gesucht. Die Polizei scheint auch das Schlimmste zu befürchten: sie setzt Leichenspurhunde im Wohngebiet Schlaatz ein.

Mittwoch, 15. Juli: 300 Hinweise liegen vor. Die Polizei sucht wieder verstärkt an und in der Nuthe. Abends berichtet das ZDF in der Sendung „Aktenzeichen XY“ über den Fall. Es gibt viele Hinweise, aber keine entscheidende Spur.

Sonnabend, 18. Juli: Die Bundeswehr hilft mit schwerem Gerät, Baggert das Ufer der Nuthe ab. Die vielen freiwilligen Helfer geben bekannt , dass sie ihre Suche reduzieren.

Sonntag, 19. Juli: Die Polizei teilt mit, dass sie die intensive Suche mit der Bereitschaftspolizei einstellen wird. Die Ermittlungen werden in der Soko „Schlaatz“ weitergeführt.

Montag, 20. Juli: Bei der eigens eingerichteten mobilen Wache im Wohngebiet gehen weiter hinweise ein: 650. Eine heiße Spur fehlt noch immer.

Donnerstag, 23. Juli: Der Fall wird für die Polizei immer rätselhafter. Ein solches spurloses Verschwinden habe es in den vergangenen zehn Jahren nicht gegeben, sagt ein Polizeisprecher.

Montag, 27. Juli: Die mobile Wache im „Schlaatz“ wird geschlossen. Die Soko „Schlaatz“ ermittelt mit rund 60 Beamten weiter und arbeitete die mittlerweile 802 eingegangenen Hinweise ab.

Mittwoch, 29. Juli: Die Polizei sucht wieder mit Hunden: diesmal im Stadtzentrum von Potsdam. Mantrailer sind im Einsatz.

Freitag, 31. Juli: Die Polizei rekonstruiert mit der Mutter von Elias und deren Lebensgefährten den Tag des Verschwindens.

Sonntag 2. August: Bis zu diesem Tag sind 890 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. 860 davon sind ausgewertet. Aber immer noch: keine heiße Spur.

Montag, 3. August: Die Polizei verkleinert ihre Sonderkommission „Schlaatz“ um 15 Ermittler. Es arbeiten noch 45 Beamte. Die Zahl der Hinweise steigt auf 897.

Freitag, 7. August: Mehr als 900 Hinweise sind eingegangen, fast alle ausgewertet. Doch Elias bleibt verschwunden.

Freitag, 30. Oktober: Der mutmaßliche Mörder von Mohamed gesteht, auch Elias getötet zu haben.