Brandenburg

Bus- und Bahnstreik erreicht am Donnerstag Potsdam

Die Gewerkschaft Verdi weitet den Streik im brandenburgischen Nahverkehr weiter aus. Am Donnerstag ist auch die Landeshauptstadt Potsdam betroffen. Es gibt einen Notfahrplan.

Am Donnerstagmorgen weitet die Gewerkschaft Verdi den Streik im Brandenburger Nahverkehr aus. Mit Betriebsbeginn wird auch in Potsdam gestreikt. Ab Donnerstag müssen sich auch die Potsdamer auf Straßenbahn- und Busausfälle einstellen. Nachdem die Gewerkschaft Verdi ihren Tarifstreit mit den kommunalen Arbeitgebern am Mittwoch auf insgesamt fünf Landkreise ausgeweitet hat, werden am Donnerstag auch eine Vielzahl von Bussen und Tram-Bahnen in den Potsdamer Depots bleiben. Die Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH (ViP) hat vorsorglich einen Notfahrplan erarbeitet, um „ein Grundangebot im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufrecht zu erhalten“, heißt es. Man werde diesen Notfahrplan im Interesse der Kunden so weit wie möglich realisieren, könne jedoch keine Gewähr dafür übernehmen, kündigt das Unternehmen an. Grundsätzlich aber gilt im Streikfall: „Die Straßenbahnen fahren wie im Spätverkehr alle 20 Minuten, die Busse sind wie nachts unterwegs, zuzüglich einiger Tageslinien“, sagte ein Sprecher. „Die Fähre verkehrt nicht.“

Zeitlich ist der Streik im Personennahverkehr unbefristet, örtlich werden wohl die Landesgrenzen zu Sachsen-Anhalt, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern und die Grenze zu Polen den Arbeitskampf der Gewerkschaft Verdi bremsen. Am Mittwoch, dem dritten Streiktag in Folge, hat die Gewerkschaft Verdi den Streik im öffentlichen Nahverkehr erneut ausgeweitet. Seitdem ist auch der Landkreis Oder-Spree vom Arbeitskampf betroffen.

Der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern wurde seitdem in fünf Landkreisen ausgetragen: Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Ostprignitz-Ruppin, Uckermark und auch in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder). Bereits am Anfang der Woche hatte die Gewerkschaft angekündigt, den am Montag in Ostprignitz-Ruppin und der Uckermark begonnenen Streik schrittweise auf das Land auszudehnen, sollte es kein neues Angebot der Arbeitgeber geben. Im Tarifstreit mit den kommunalen Arbeitgebern waren am Mittwoch nicht nur der normale Linienverkehr betroffen, sondern auch die Schulbusse.

Welche Betriebe bislang bestreikt werden

Verdi fordert eine Lohnerhöhung von 120 Euro brutto im Monat für die ungefähr 3000 Beschäftigten der 17 tarifgebundenen Brandenburger Nahverkehrsunternehmen. Die Arbeitgeberseite hat eine Erhöhung des Lohnes in Höhe von 45 Euro in diesem Jahr angeboten und weitere 45 Euro ab Mitte 2016. Eine weitere Forderung der Gewerkschaft, aber nur für Verdi-Mitglieder, ist eine Einmalzahlung von 150 Euro zusätzlich oder zwei weitere Urlaubstage.

Ungefähr 250 Bus- und Straßenbahnfahrer haben nach Verdi-Angaben die Arbeit niedergelegt. Gestreikt wird in folgenden Betrieben: Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, Ostruppin-Prignitzer-Personennahverkehrsgesellschaft, Barnimer Busgesellschaft, Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH, die Busverkehr Oder-Spree GmbH, die Schöneiche-Rüdersdorfer Straßenbahn. Seit Dienstagabend wird auch die Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt/Oder bestreikt.