Prenzlau

Die Landesgartenschau startet noch vor dem Frühlingserwachen

Am Sonnabend eröffnet die Landesgartenschau in Prenzlau noch mit verhaltenem Grün. Doch sie bietet Programm bis Anfang Oktober und schafft damit Arbeitsplätze in der Region.

Foto: Patrick Pleul / ZB

Ein Band aus Beeten, das Park und See verbindet, eine 30 Meter hohe Fontäne, ein Rosenbeet in Form einer Blüte – das und vieles mehr erwartet vom Sonnabend an die Besucher der Gartenschau in Prenzlau (Uckermark). Einen Kuss- und Paradiesgarten, sogar einen Gartenfisch gibt es für diesen Anlass in der Stadt. Hinter diesen etwas unüblichen Gartennamen verbergen sich zwölf unterschiedliche Entspannungsoasen.

Mit dem Leitmotiv „Die grüne Wonne“ wurden diese Themengärten von zwölf unterschiedlichen Architekten entworfen. Die Nummer zwölf sei das Sinnbild der Vollkommenheit, denn diese Zahl fände sich in der Monatsanzahl, den Mondzyklen und den zwölf Sternbildern des Tierkreises wieder, sagen die Initiatoren der Schau.

Und der Gartenfisch-Garten sei eine Hommage an die Fische des Uckersees. Über ein großes Holzdeck erreichen die Besucher eine große Wasserfläche. In Wassersäulen steigen die Fische fast an die Oberfläche auf, so dass sich die Blicke von Besuchern und Fischen auf Augenhöhe treffen.

Noch ist kein Grün in Sicht

Rund 300.000 Besucher wollen die Organisatoren bis zum 6. Oktober zu der Prenzlauer Schau locken – sie zieht sich vom Ufer des Unteruckersees bis an die alten Mauern der 20.000-Einwohner-Stadt, alles unter dem Motto „Hochzeit von Stadt und See“. Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) wird am 13. April die fünfte Landesgartenschau Brandenburgs eröffnen.

Auch an die Kinder unter den Besuchern haben die Organisatoren gedacht. Das „Grüne Klassenzimmer“ ist eine Zusammenarbeit mit der Umweltbildungseinrichtung „Naturerlebnis Uckermark” und bietet ein naturnahes Programm an. So bringen Veranstaltungen wie „Haustiere live erleben“, „Bodenwelten“, „Leben in der Natur“, „Umweltgerechtes Bauen“ oder „Erneuerbare Energien & Klima“ Kindern und Jugendlichen die Natur nahe.

Doch leider dürfen die ersten Besucher an diesem Wochenende ein sattes Grün und knallige Farben noch nicht erwarten. Die „grüne Wonne“ wird wohl nicht ganz so grün beginnen, wie sich das die Macher der Landesgartenschau gewünscht haben.

Von Harfenmusik, Jazz über Rock bis hin zu Schlager

Kurz vor der Eröffnung am Sonnabend lugen zwar schon die ersten Tulpen aus der Erde hervor. Aber der Frühling lässt auch in Prenzlau auf sich warten. So verlegen Gärtner auf dem Gelände der Landesgartenschau Rollrasen und pflanzen die letzten bunten Frühblüher wie Stiefmütterchen. Schließlich hat Ministerpräsident Platzeck etwas versprochen: „Es wird einen Blumenflor geben, der nicht aufgemalt sein wird.“

Dafür erwartet die Gartenschaubesucher musikalische Abwechslung: von Harfenmusik, Jazz über Rock bis hin zu Schlager. Die Organisatoren haben auch eine Feuershow am 27. April eingeplant. Dabei wollen deutsche und polnische Künstler nicht nur visuell beeindrucken, sondern auch symbolisch ihre gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit darstellen.

Den Startschuss für die Vorbereitungen dazu gab es schon vor fünf Jahren. Damals setzte sich die Stadt gegen die Mitbewerber Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) und Spremberg (Spree-Neiße) durch.

31 Millionen Euro flossen in die Gartenschau

Seitdem haben auf der rund 14 Hektar großen Fläche viele Landschaftsgärtner gearbeitet. „Der viele Schnee war ein Segen“, sagte der Sprecher der Landesgartenschau, Matthias Bruck, zu den winterlichen Frühlingstemperaturen. „Die knackigen Nachtfröste hätten sonst vermutlich einige Pflanzen zerstört.“

Rund 31 Millionen Euro sind in die Projekte rund um die Gartenschau und auch in die Infrastruktur Prenzlaus geflossen. Das Gelände mit seinen Wegen und Pflanzen entstand, der Bahnhof bekam einen neuen Tunnel mit Aufzügen und einer Rampe. Ein Großteil des Geldes stammen von Bund, Land und Europäischer Union.

Einziger Wermutstropfen: Prenzlaus Innenstadt mit ihrem Wahrzeichen, der Marienkirche, wird bis zum Start der Gartenschau nicht ganz fertig. Die letzten Arbeiten werden wahrscheinlich erst zur Halbzeit der Ausstellung abgeschlossen sein, hatte Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) angekündigt.

Gartenschau als Jobmotor in der Region Prenzlau

Die Landesgartenschau hat offenbar auch neue Jobs in die strukturschwache Gegend gebracht. Nicht nur für Vorbereitungen und Aufbau, sondern auch fürs Catering oder im Wach- und Kassendienst während der Ausstellung.

„Für uns ist die Landesgartenschau in diesem Jahr ein Jobmotor in der Region Prenzlau“, teilte die Arbeitsagentur mit. Sie geht davon aus, dass während der Schau zusätzliche Arbeitsplätze entstehen – beispielsweise im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Prenzlaus Schau könnte aber vorerst die letzte für mehrere Jahre sein. Nach dem Willen der Landesregierung soll ihr eine Gartenschau-Pause bis 2019 folgen. Grund sei die Konkurrenz durch die Bundesgartenschau im Havelland 2015 und die Internationale Gartenbauausstellung in Berlin 2017. Zudem stünde durch die Kürzungen in der neuen EU-Förderperiode weniger Geld zur Verfügung.

Nach der Schau sollen den Prenzlauern und Touristen noch grüne Orte als Erinnerungen bleiben, damit sie sich weiterhin in Parkanlagen sonnen und Spaziergänge machen können.