Brisante Vorwürfe

Potsdamer Stadtwerke-Chef unter Spitzelverdacht

Kein Kavaliersdelikt. Der Geschäftsführer der Potsdamer Stadtwerke, Peter Paffhausen, soll den Chef eines Wohnungsunternehmens bespitzelt lassen haben. Und das nicht von einem gewöhnlichen Detektiv, sondern von einem ehemaligen Stasi-IM.

Gegen den Geschäftsführer der Potsdamer Stadtwerke, Peter Paffhausen, sind brisante Vorwürfe erhoben worden. Dem 61-Jährigen wird vorgeworfen, er habe 2001 den Chef des kommunalen Wohnungsunternehmens Gewoba durch das Berliner Detektiv- und Sicherheitsunternehmen UP Sicherheitsmanagement bespitzeln lassen. Das gehe aus einem anonymen Schreiben hervor, bestätigte am Sonnabend der Sprecher von Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD).

Dabei solle es sich bei den Detektiven um ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter der Staatssicherheit der DDR handeln. Das anonyme Schreiben hatte der damalige Gewoba-Chef und heutige Sprecher der Geschäftsführung des kommunalen Unternehmerverbandes Pro Potsdam GmbH, Horst Müller-Zinsius, im November 2010 erhalten. Die Stadt Potsdam nimmt die Vorwürfe gegen Paffhausen sehr ernst. Oberbürgermeister Jakobs hat als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke und deren Tochter EWP bereits im Januar den Experten für Wirtschaftskriminalität und Rechtsanwalt, Joachim Erbe, mit einem Untersuchungsbericht beauftragt. Dieser liegt nach Angaben der Stadt Potsdam seit April vor und sollte eigentlich am vergangenen Freitag im Aufsichtsrat der mehrheitlich kommunalen Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP), vorgestellt werden. Aus Krankheitsgründen aber war Rechtsanwalt Erbe nicht erschienen.

Der Bericht soll dem Aufsichtsrat nun „zeitnah“ vorgelegt werden, heißt es vonseiten Jakobs. Chef der EWP ist ebenfalls Peter Paffhausen. Welche Konsequenzen Paffhausen zu erwarten hat, sollten die Vorwürfe zutreffen, ist offen.