Flugzeugunglück

Pilot des abgestürzten Flugzeugs tot geborgen

Ein Sportflugzeug ist am Donnerstag in der Nähe von Strausberg (Kreis Märkisch-Oderland) abgestürzt. 400 Polizisten, Soldaten und Feuerwehrleute suchten auf unwegsamem Gelände nach dem Piloten und dem Wrack. Pilot Thomas L. konnte nur noch tot geborgen werden. Er hatte Medikamente transportiert, galt als erfahren.

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Ein Sportflugzeug war am Donnerstag in der Nähe von Strausberg (Kreis Märkisch-Oderland) vom Radar verschwunden. Seitdem suchte die Polizei mit Hochdruck nach der Maschine. Am Freitagmorgen stießen sie dann auf das zerstörte Wrack mit der Leiche des Piloten.

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Beim Absturz eines Sportflugzeugs bei Strausberg (Märkisch-Oderland) ist der 50-jährige Pilot Thomas L. ums Leben gekommen. Das teilte eine Polizeisprecherin mit. Der Mann war mit seiner Maschine aus Warschau gekommen und wollte in Strausberg landen.

Bei der Suche nach dem am Donnerstagnachmittag vom Radar verschwundenen Sportflugzeuges war die Polizei am Freitagmorgen auf das Wrack der Maschine gestoßen. Das Flugzeug war in der Nähe der Ortschaft Ernsthof abgestürzt. Ein Hubschrauberpilot hatte die Reste des Sportflugzeuges aus der Luft entdeckt.

Die in einem unwegsamen Waldgelände niedergegangene Maschine hatte eine Schneise in die Bäume geschlagen und wurde bei dem Unglück völlig zerstört. Unzählige Trümmer wurden in der Umgebung gefunden. Die Unglücksursache ist noch offen.

Gegen 8.30 Uhr trafen die Einsatzkräfte am Freitag bei dem völlig zerstörten Flugzeug ein. Erst nach einem zwei Kilometer langen Fußmarsch erreichten die Rettungskräfte den Unglücksort mitten in einem Wald. Rund 400 Angehörige von Polizei, Bundeswehr und Feuerwehren hatten sich insgesamt an der Suche beteiligt. Einige der Rettungskräfte waren ab Donnerstagnachmittag im Einsatz.

„Alle eingesetzten Kräfte arbeiteten bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit“, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Fahrzeuge blieben im aufgeweichten Boden stecken. Der Pilot wurde leblos in der zerstörten Maschine entdeckt.

Die Polizei sperrte das Gebiet weiträumig ab. Am Vormittag begannen die kriminaltechnischen Untersuchungen. Auch Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung aus Braunschweig kamen zum Unglücksort. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich wegen des unwegsamen Geländes als kompliziert. Die Leiche des 50 Jahre alten Piloten wurde nach Auskunft der Polizei am Nachmittag abtransportiert. Die weiteren Ermittlungen zur Todesursache übernahm eine Mordkommission.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig schickte zwei Kollegen an die Unfallstelle. „Sie machen die Unfallaufnahme vor Ort“, sagte Johann Reuß, Diensthabender Unfalluntersucher. Das Wrack des Flugzeuges wurde begutachtet, der Flugverlauf überprüft und Zeugen vernommen. Der erste Bericht dazu soll im Januar vorliegen. „Mit dem Abschlussbericht, der Beurteilungen und Unfallursache enthält, ist in etwa einem dreiviertel bis einem Jahr zu rechnen.“

Thomas L. war am Donnerstag mit seiner Maschine, einer Cirrus SR22 in Warschau gestartet und wollte gegen 17.30 Uhr auf dem Flugplatz in Strausberg landen. Regelmäßig fliegt er diese Strecke und transportiert für eine Firma Arzneimittel. „Thomas war ein sehr umsichtiger und erfahrener Pilot“, sagte ein Kollege. So habe er beispielsweise mehrfach Flugzeuge von Amerika nach Europa geflogen. Am Donnerstag war er mit einer Cirrus SR22 unterwegs. Wie die Polizei mitteilte, hatte die Flugüberwachung in Münster dann aber am späten Donnerstagnachmittag ein Notsignal aufgefangen. Seitdem hatte es zu dem Flugzeug keinen Kontakt mehr gegeben.

Die Cirrus SR22 ist ein modernes viersitziges, einmotoriges Propellerflugzeug, das in den USA gebaut wird. Rumpf und Flügel sind aus Kohlenstofffaser gefertigt. Mit Hilfe des Gesamtrettungssystems kann die komplette Maschine im Notfall an einem Fallschirm zur Erde sinken. Dafür befindet sich eigens eine Wasserstoffrakete an Bord, die im Notfall vom Piloten gezündet wird. Jedoch funktioniert das System nur, wenn das Flugzeug sich in einer Höhe von mehr als 300 Metern befindet. Bei der abgestürzten Maschine war die Rakete nicht gezündet worden, was die Bergungsarbeiten der Überreste des Flugzeuges erschwerte.