Grundsteinlegung

Potsdam bekommt nun sein Stadtschloss

Es geht los: In Potsdam wurde der Grundstein für das Stadtschloss gelegt, das bis 2013 wieder aufgebau wird. Ein Musterteil steht zum feierlichen Akt bereits.

Eine weitere Etappe beim Wiederaufbau des historischen Potsdamer Stadtschlosses als Sitz des Brandenburger Landtages stand an diesem Mittwoch an. Wie seit Generationen unter Bauleuten und Bauherren üblich, wurde die Grundsteinlegung feierlich begangen. Vier Hammerschläge auf den gesetzten Schlussstein sollen dem weiteren Bau Glück und Erfolg verschaffen.

Auf der Baustelle am Alten Markt wurde eine Kassette mit Erinnerungen an den 16. Februar 2011 eingelassen. In eine kupferne Hülse kam eine Urkunde mit dem Brandenburg-Wappen, unterschrieben von Landtagspräsident Gunter Fritsch als künftigem Hausherr, Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Finanzminister Helmuth Markov (Linke) als Bauherr. Auch Tageszeitungen, ein aktueller Satz Münzen und Baupläne wurden für die Nachfahren hinterlassen.

„Wir bauen kein Stadtschloss, sondern einen Landtag in historischer Hülle“, sagte Landtagspräsident Gunter Fritsch. Er freue sich, dass der Kompromiss gelungen sei. Brandenburgs Minister Präsident Matthias Platzeck (SPD) betonte, dass die Landeshauptstadt nun ihre historische Mitte zurück erhalte. „Über zwei Jahrzehnte Wünsche und Hoffnungen von Vielen werden heute gekrönt.“

Der Landtag entsteht in den Ausmaßen des Stadtschlosses, einst erschaffen von dem Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753). Im Zweiten Weltkrieg zerstört, wurde das Schloss zu DDR-Zeiten gesprengt.

Dimension und Anmut des historischen Bauwerkes – es ersteht nun nach den Plänen des Dresdner Architekten Peter Kulka neu – lassen bereits sich bereits erahnen. Das Musterteil einer Fassade – etwa 3,85 Meter lang und 16,80 Meter hoch – zeigt, welche Sandsteinarten beim Bau verwendet werden. Farben, Formen, Oberflächen und Materialien sind so bereits „in natura“ zu begutachten. Im Innern soll sich der neue Landtag als funktionaler Bau präsentieren. Es wird Arbeitsmöglichkeiten für etwa 150 Abgeordnete und Mitarbeiter geben.

Der Landtags-Neubau war 2005 von den Abgeordneten beschlossen worden. Der Landtag soll 2013 fertig sein. Es werden Baukosten in Höhe von 120 Millionen Euro veranschlagt.