Bei einem schweren Unfall in der Nähe von Herzfelde (Märkisch-Oderland) ist in der Nacht zu Freitag ein Bus mit mehr als 40 Fahrgästen verunglückt. Auf der Bundesstraße 1/5 war ein Sattelschlepper aus Polen auf einen Pkw geprallt und dann mit dem Reisebus zusammengestoßen. Insgesamt 33 Menschen wurden nach Polizeiangaben verletzt, vier davon schwer. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten auf der Bundesstraße dauerten bis 16 Uhr an, die Polizei richtete Umleitungsstrecken ein.

Die folgenschwere Kollision hatte sich gegen 2 Uhr zwischen Tasdorf und Herzfelde ereignet. Nach ersten Erkenntnissen war der 22 Jahre alte Lkw-Fahrer in Richtung Müncheberg unterwegs, als er aus ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn geriet, auf einen Mazda aus Polen prallte und dann mit dem Reisebus kollidierte, der aus Warschau kommend in Richtung Hamburg unterwegs war. Der polnische Lkw-Fahrer, ein Pkw-Insasse und zwei Buspassagiere wurden schwer, 30 weitere Reisende leicht verletzt. Die Verletzten kamen in Kliniken in Berlin, Strausberg, Rüdersdorf und Bad Saarow.

Auch die Unverletzten wurden wegen der kalten Witterung in das Krankenhaus Rüdersdorf gebracht, wo sie in einem Speisesaal auf einen Ersatzbus warteten. Am Mittag wurden sie zur Polizeiwache in Strausberg gebracht, wo sie zunächst ihr sichergestelltes Gepäck in Empfang nahmen und dann die Weiterreise antreten konnten. Zur Unfallursache konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Am Unglücksort wurden bis zum Mittag Spuren und Beweise gesichert. Ein Gutachter besichtigte die Unfallfahrzeuge, die am Nachmittag von der Feuerwehr geborgen wurden. Sie sollen auf etwaige technische Mängel untersucht werden, so ein Polizeisprecher.

Der Bus mit Hamburger Kennzeichen war laut Polizei in Richtung Berlin unterwegs. Es handle sich um einen Linienbus, der regelmäßig zwischen Warschau und Hamburg verkehre. Zuerst war angenommen worden, dass der Bus aus Stettin kam. Die Insassen waren laut Polizei vor allem Polen. Für die Gespräche zum Unfallhergang seien deshalb zahlreiche Übersetzer angefordert worden, hieß es.

Der Busfahrer hatte vermutlich die Bundesstraßen-Route gewählt, weil es auf der Autobahn A12 zurzeit zahlreiche Baustellen gibt.

pol