Nach Polizeiangaben blieb es weitgehend friedlich. Zwei kurzfristige Sitzblockaden der linken Gegendemonstranten lösten diese nach Aufforderung durch die Polizei freiwillig auf. Das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ hatte zu acht Veranstaltungen geladen.
Am Freitag hatte das Polizeipräsidium Potsdam sein Verbot des Rechten-Aufmarsches aufgehoben und stattdessen Auflagen verfügt.Danach durften die Teilnehmer nicht uniformiert sein und keine Parolen rufen. Zur Begründung verwies das Präsidium auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das zuvor ebenfalls das Verbot einer angemeldeten Neonazi-Demonstration in Dortmund aufgehoben hatte. Die Befürchtung, dass gewaltbereite Teilnehmer der Dortmunder Kundgebung nach Neuruppin ausweichen könnten, erfüllte sich nicht.
„Die Rechten haben bei uns keine Chance“, sagte der Sprecher des Neuruppiner Aktionsbündnisses, Wolfgang Freese, vor einigen hundert Zuhörern. „Neuruppin ist bunt, bleibt bunt und wird immer bunt bleiben.“ Auf einer Bühne vor der Pfarrkirche im Stadtzentrum spielten verschiedene Bands. Die Initiatoren des Protestes hatten einen Fahrrad- und Autokorso sowie ein Seifenkistenrennen organisiert. Dazu kamen Lesungen, so eine von Texten gegen Rechts am Denkmal für den in Neuruppin geborenen Dichter Theodor Fontane. Nach Angaben eines Polizeisprechers waren ausreichend Sicherheitskräfte vor Ort, darunter auch Bundespolizisten. Genaue Zahlen nannte er nicht. Unter den Gegendemonstranten waren Politiker wie Brandenburgs Sozialministerin Dagmar Ziegler (SPD), die Bundestagsabgeordneten der Grünen und Linken, Cornelia Behm und Kirsten Tackmann, sowie Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin).
Schon einmal hatte das Neuruppiner Aktionsbündnis vor zwei Jahren kurzfristig und erfolgreich rund 1000 Menschen mobilisiert, um sich einem Rechten-Aufmarsch entgegenzustellen.



