Nach der Explosion eines Einfamilienhauses in Teltow (Landkreis Potsdam-Mittelmark) ist die Suche nach möglichen Verschütteten am Montagmorgen eingestellt worden. Die Polizei geht davon aus, dass sich niemand mehr im Haus befand. Unklar ist darum, warum die Suchhunde angeschlagen hatten.

Das Haus in der Gartenstraße von Teltow, südöstlich von Berlin, war am Sonntagabend gegen 18.30 Uhr eingestürzt. Die vordere Fassadenwand fehlte größtenteils, so dass die Rettungskräfte direkt in die Küche sehen konnten. Anwohner berichten, dass es einen heftigen Knall gegeben habe, Scheiben seien aus den Fensterrahmen des Hauses geflogen, Dachteile durch die Luft gewirbelt worden.

Inzwischen haben Spezialisten des LKA mit der Suche nach der Ursache begonnen. Explosionsort war an Mittag vollständig abgeriegelt, die Gartenstraße ist für den Durchgangsverkehr komplett gesperrt. Das Technische Hilfswerk i soll in Kürze mit schwerem Gerät anrücken. Vermutet wird eine Gasexplosion. Da immer noch Einsturzgefahr besteht, gehen die Experten sehr vorsichtig vor, außerdem sind die technischen Untersuchungen laut Polizei Potsdam sehr schwierig, sodass es noch etwas dauern könnte, bis Klarheit über die Ursache besteht. Explosionen sind in der Regel über die normale Gebäude- und Hausratversicherung abgedeckt, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Der Bürgermeister von Teltow, Thomas Schmidt (SPD), war noch am Abend zum Unfallort gekommen und zeigte sich bestürzt. „In dem Haus sind drei Bewohner gemeldet“, sagte er. Es handele sich um ein Ehepaar und ihr bereits erwachsenes Kind. Die Hausbesitzerin war kurz vor der Explosion noch in der Nähe des Hauses gesehen worden. Doch wenige Stunden später gab es die erste Entwarnung. Der Hausbesitzer kehrte unversehrt heim - stand aber vor den Trümmern seines Hauses. Er wurde von einem Seelsorger betreut. Später kamen auch Frau und der Sohn hinzu.

Das zerstörte Haus wird seit drei Jahren von der Familie Sch. bewohnt. Die Vorbesitzer mussten aus finanziellen Gründen verkaufen und wohnten anschließend in einem zweiten Gebäude auf dem gleichen Grundstück. Vor vier Wochen sollen sie "über Nacht" ausgezogen sein, berichten Nachbarn. Am Montag wurde die Familie in ein Ausweichquartier gebracht und betreut, so Bürgermeister Schmidt. Der Familie geht es psychisch sehr schlecht.

Die rund 100 Rettungskräfte, darunter Helfer der Freiwilligen Feuerwehren Teltow und Kleinmachnow sowie Kräfte des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr und des Ordnungsamtes, blieben auch in Nacht noch im Einsatz. Sie hatten mit Spürhunden nach Opfern der Explosion gesucht, und nach Informationen von Morgenpost Online hatte einer der Hunde zwei Mal angeschlagen. Vorsichtshalber suchten die Retter daher in der Nacht im Scheinwerferlicht weiter nach möglichen Opfern. Da bei dem Einfamilienhaus eine hohe Einsturzgefahr besteht, findet die Suche in den Trümmern unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt.

hhn/hed