In Teltow (Landkreis Potsdam-Mittelmark), südöstlich von Berlin, ist ein Einfamilienhaus großenteils eingestürzt. Gegen 18.30 Uhr am Sonntagabend hat es eine Explosion gegeben. Die vordere Wand des Hauses in der Gartenstraße fehlt nun großenteils, die Rettungskräfte können direkt in die Küche sehen. Anwohner berichten, dass es einen heftigen Knall gegeben habe, Scheiben seien aus den Fensterrahmen des Hauses geflogen, Dachteile durch die Luft gewirbelt worden.
Der Bürgermeister von Teltow, Thomas Schmidt (SPD), kam am Abend zum Unfallort und zeigte sich bestürzt. „In dem Haus sind drei Bewohner gemeldet“, sagte er. Es handele sich um ein Ehepaar und ihr bereits erwachsenes Kind. „Da aber kein Auto in der Einfahrt stand“, fuhr er fort, „hoffe ich, dass keiner der Bewohner zur Unfallzeit im Haus war.“ Die Hausbesitzerin war kurz vor der Explosion noch in der Nähe des Hauses gesehen worden. Doch wenige Stunden später gab es die erste Entwarnung. Der Hausbesitzer kehrte unversehrt heim - stand aber vor den Trümmern seines Hauses. Er wird von einem Seelsorger betreut. Später kamen auch Frau und Kind hinzu. Diane Jende, Sprecherin des Schutzbereich Potsdam, sagte daher gegen 23.30 Uhr, man gehe davon aus, dass sich zur Unglückszeit niemand im Haus befunden habe und somit niemand zu Schaden kam.
Die rund 100 Rettungskräfte, darunter Helfer der Freiwilligen Feuerwehren Teltow und Kleinmachnow sowie Kräfte des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr und des Ordnungsamtes, blieben aber im Einsatz. Sie hatten mit Spürhunden nach Opfern der Explosion gesucht, und nach Informationen von Morgenpost Online hatte einer der Hunde zwei Mal angeschlagen. Vorsichtshalber suchten die Retter daher in der Nacht im Scheinwerferlicht weiter nach möglichen Opfern. Da bei dem Einfamilienhaus eine hohe Einsturzgefahr besteht, findet die Suche in den Trümmern unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt.
Die Ursache der Explosion ist noch nicht bekannt. Unter den Rettungsfahrzeugen wurde ein Wagen des Gasentstörungsdienstes gesichtet. Das könnte ein Hinweis auf die Unfallursache sein. Bisher wollte aber keiner der Einsatzkräfte bestätigen oder dementieren, dass die Explosion mit einer Gasleitung im Zusammenhang steht. Nachbarn berichteten, dass das Haus, das aus den 30er-Jahren stammen soll, erst kürzlich um einen Anbau erweitert wurde. Das Dach sei zudem erst vor kurzem neu gedeckt worden. Die Explosion soll sich ihren Angaben nach im Keller ereignet haben. Eine Druckwelle soll noch in 200 Metern Entfernung zu spüren gewesen sein.
Die Arbeiten der Suchtrupps sollten noch die gesamten Nacht andauern. Den Anwohnern, von denen viele am Abend auf der Straße standen, wurde angeboten, wegen der Lärmbelästigung die Nacht in einer kurzfristig organisierten Unterkunft zu verbringen. Das Haus liegt in einem gutbürgerlichen Wohngebiet. Ein Hinterhaus wurde geräumt. Für die umliegenden Häuser besteht nach Angaben der Polizei jedoch keine Einsturzgefahr und keine "Gasgefahr".
BMO


