Der seit Dezember 2008 vom Dienst suspendierte Georg Dürrschmidt ist auf einer Sondersitzung des Kreistages abgewählt worden. 40 der anwesenden 48 Abgeordneten stimmten für die Abwahl. Ein Volksvertreter votierte dagegen, sieben enthielten sich. Der bereits seit Dezember beurlaubte Landrat war nicht anwesend. Damit wurde die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit erreicht.

Der 50-Jährige war im Mai vom Amtsgericht Senftenberg zu einer Geldstrafe von 16.800 Euro verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sich der Angeklagte zwischen Herbst 2004 und Januar 2007 im Internet kinderpornografische Bilddateien angesehen hatte. Dürrschmidt legte Berufung gegen das Urteil ein.

Nach kontroverser Diskussion stimmten dann 24 Abgeordnete für und ebenfalls 24 gegen einen Antrag, einen neuen Landrat in Direktwahl Anfang 2010 zu bestimmen. Beim Patt gilt der Antrag als abgelehnt. Das bedeutet, dass der Kreistag den neuen Landrat noch im Herbst wählen kann. Gegner einer Direktwahl 2010 hatten davor gewarnt, das Spitzenamt angesichts der vielen anstehenden Aufgaben in der geplanten Energieregion Lausitz noch länger unbesetzt zu lassen.

Nun soll noch im Herbst ein Nachfolger bestimmt werden. Die Stelle werde öffentlich ausgeschrieben mit einer Bewerbungsfrist bis zum 14. August, teilte eine Sprecherin der Kreisverwaltung am Freitag mit. Danach könnte der Kreistag im September über die Neubesetzung entscheiden.

Dürrschmidt bestreitet die Vorwürfe und hat ebenso wie die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das Urteil eingelegt. Das Gericht befand ihn für schuldig, zwischen 2004 und 2007 aus dem Internet kinderpornografische Bilder und Videos heruntergeladen zu haben. Der Fall muss nun vor dem Landgericht Cottbus erneut verhandelt werden. Ein Termin steht noch nicht fest. Gegen Dürrschmidt läuft ein Disziplinarverfahren seines Dienstherren Innenministerium.

ddp/dpa/sei