Zuvor hatte Platzeck in einer kämpferischen Rede den Führungsanspruch der SPD für die zukünftige Gestaltung des Landes reklamiert. Es gehe darum, den seit 1990 eingeschlagenen erfolgreichen Weg fortzusetzen und bei der Landtagswahl am 27. September wieder stärkste Kraft zu werden.

Platzeck bekräftigte die Forderung der Sozialdemokraten nach Einführung eines Schüler-Bafögs und der Einstellung von 1250 neuen Lehrern. Ohne gute Bildung gebe es weder Gerechtigkeit noch Wohlstand. Für „gute Arbeit“ sei ein gesetzlicher Mindestlohn notwendig, an den künftig öffentliche Aufträge gekoppelt werden sollen. Das vom Parteitag beschlossene, 27 Seiten umfassende Wahlprogramm sieht außerdem vor, den Kita-Bereich zusätzlich mit 25 Millionen Euro jährlich zu fördern, um den Betreuungsschlüssel bei den unter Dreijährigen von sieben auf sechs Kinder pro Erzieherin abzusenken.

Angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise wachse das Risiko von Egoismus und Streit in der Gesellschaft, nötig sei aber Solidarität, betonte Platzeck, dessen einstündige Rede mehrfach von Applaus unterbrochen wurde. Auf die Krise mit Panik und Angst zu reagieren, wäre genau falsch. „Hier wird nicht gejammert, hier wird angepackt!“ CDU und Linkspartei warnte der SPD-Vorsitzende als potenzielle Koalitionspartner nach dem 27. September vor einem abenteuerlichen Schlingerkurs. Das könne sich das Land nicht leisten.

Nach SPD-Berechnungen bedeutete das jüngst vorgelegte CDU- Wahlprogramm Mehrkosten von 942,3 Millionen Euro. Die CDU-Führung müsse erklären, woher sie das Geld nehmen wolle, sagte Platzeck am Rande des Parteitags vor Journalisten. Schließlich habe die Vorsitzende der Landtagsfraktion, Saskia Funck, einmal gesagt: „Wir müssen sparen, dass es knirscht.“ Bei der Linken wiederum sei derzeit nicht zu erkennen, wohin sie eigentlich wolle.

SPD-Fraktionschef Günter Baaske warf der Linken vor, die Bevölkerung zu spalten. Sie spiele beispielsweise diejenigen, die auf der Braunkohle lebten gegen die aus, die von ihr lebten. Genauso sei es bei den sogenannten Alt- und Neuanschließern im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Die 78 Kandidaten zählende Landesliste wurde ohne Streit wie vom Parteivorstand vorgeschlagen beschlossen. Auf den Plätzen hinter Platzeck folgen die stellvertretende SPD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Martina Münch, der Fraktionsvorsitzende Baaske, die Landtagsabgeordnete Klara Geywitz und Finanzminister Rainer Speer. Alle erhielten mehr als 90 Prozent der Stimmen.

Seit 1999 regiert die SPD in einer Koalition mit der CDU. Bei der Landtagswahl 2004 kam sie auf 31,9 Prozent der Zweitstimmen, gefolgt von der damaligen PDS (Linke) mit knapp 28 und der CDU mit 19,4 Prozent. Nach eigenen Angaben haben die märkischen Sozialdemokraten gut 6700 Mitglieder.