Drei Wochen nach der tödlichen Beißattacke eines Husky-Mischlingshundes auf ein Baby in Cottbus hat erneut ein Hund in Südbrandenburg ein Kleinkind angegriffen.

Ein Schäferhund habe das eineinhalb Jahre alte Mädchen in Spremberg (Spree-Neiße) ins Gesicht gebissen und leicht verletzt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Cottbus. Das Kleinkind sei mit seiner Großmutter am Sonntag spazieren gegangen, als der Hund aus einem Hof gerannt kam und zuschnappte.

Die Wunde an der rechten Wange des Kindes sei in der Notaufnahme behandelt worden, sie musste aber nicht genäht werden. Die Eltern hatten am Montag Anzeige gegen die Hundebesitzer erstattet. Gegen die Besitzer wird den Angaben zufolge wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung ermittelt. Das Tier müsse vorerst im geschlossenen Zwinger gehalten werden.

Dagegen gehörte der Husky, der das acht Wochen alte Mädchen Ende April in Cottbus getötet hatte, den Eltern des Babys. Der Husky-Schäferhund-Mischling hatte sich in einem unbeobachteten Moment auf den Kinderwagen gestürzt, ihn umgestoßen und dem heraus gefallenen Kind ins Gesicht gebissen. Das Baby starb an den schweren Verletzungen. Der Hund kam in ein Tierheim. Er muss aber nach Einschätzung eines Sachverständigen nicht eingeschläfert werden.

Gegen die Eltern des Babys läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Vernachlässigung der Aufsichtspflicht. Sie wollten sich vorerst nicht dazu äußern. Das habe ihr Rechtsanwalt der Polizei mitgeteilt, sagte der Sprecher. Die Polizei werde das Verfahren in den nächsten Tagen der Staatsanwaltschaft Cottbus übergeben.

dpa/mim