Husky-Attacke

Hund fügte Baby unvorstellbare Verletzungen zu

Die Obduktion des Cottbuser Säuglings, der von einem Husky-Mischling angefallen wurde und starb, ist abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft zeigte sich entsetzt über die Verletzungen, die das Tier der kleinen Emiliy zufügte. Gegen die Eltern wird ermittelt, aber die entscheidenden Fragen wurden noch nicht gestellt.

Das acht Wochen alte Cottbuser Mädchen ist definitiv vom Husky-Schäferhund-Mischling der Familie totgebissen worden, wie die Obduktion am Montag ergab. "Die Verletzungen sind unvorstellbar", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Horst Nothbaum, auf Anfrage. Weitere Details wollte er nicht nennen. Gegen die Eltern, die sich derzeit in psychologischer Betreuung befinden, werde wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt.

Der 38 Jahre alte Vater und die 37 Jahre alte Mutter der kleinen Emily hatten am Samstagabend gemeinsam mit den zwölf und 17 Jahre alten Söhnen auf dem Hof gegrillt. Als gegen 22 Uhr das Geschirr abgeräumt wurde, stand der Kinderwagen mit dem Baby für kurze Zeit unbeaufsichtigt. Der Husky-Schäferhund-Mischling „Bingo“ sprang gegen den Kinderwagen. Das Mädchen fiel heraus. Dann soll der Vierbeiner das Kleinkind in den Kopf gebissen haben. Der Grund des Angriffs ist noch unklar.

Die Ermittlungen sollen klären, ob die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben und wie lange der Hund mit dem Baby allein war. Bei fahrlässiger Tötung müssten die Eltern mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren beziehungsweise einer Geldstrafe rechnen.

Mit der Vernehmung der Eltern könnten Staatsanwaltschaft und Polizei erst in den nächsten Tagen beginnen, sagte Polizeisprecher Berndt Fleischer. Aus Rücksicht auf den Zustand nach dem Verlust ihres Kindes werde derzeit darauf verzichtet. Zu fragen sei, ob sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben und wie lange der Hund mit dem Kind allein war. Unklar ist bislang, ob das Tier in der Vergangenheit bereits Auffälligkeiten und Aggressionen zeigte. Bei fahrlässiger Tötung müssten die Eltern mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren beziehungsweise einer Geldstrafe rechnen. Sie gelten aber auf absehbare Zeit als nicht vernehmungsfähig.

Der Husky-Schäferhund-Mischling ist derzeit im Tierheim Cottbus untergebracht. Dort verhalte er sich völlig normal, sagte eine Sprecherin. Bis zum Abschluss der Ermittlungen bleibe der Hund hier unter Beobachtung.