Das Justizministerium sucht weiter nach einem neuen Therapieplatz für den aus der Haft entlassenen Sexualtäter aus Joachimsthal (Barnim). Dieser solle bevorzugt außerhalb Brandenburgs gefunden werden, sagte Ministeriumssprecher Thomas Melzer in Potsdam.

Es gehe darum, den Therapieerfolg nicht zu gefährden. Einen Pressebericht, wonach auch Österreich und die Schweiz infrage kämen, dementierte Melzer. "Das Justizministerium sucht da nicht."

Der 49-jährige Triebtäter, der Gutachten zufolge als weiterhin gefährlich gilt, hatte Anfang Juni eine Therapie in Mecklenburg-Vorpommern abbrechen müssen. Wie es hieß, befürchtete die dortige Klinik Unruhe, wenn die Adresse der Einrichtung bekannt würde. Seitdem lebt der Mann wieder in Joachimsthal. Eine Bürgerinitiative fordert, dass er in Sicherungsverwahrung kommt.

Der Mann war aus der Haft entlassen worden, nachdem der Bundesgerichtshof eine nachträgliche Sicherungsverwahrung abgelehnt hatte. Die Richter kritisierten, dass das Landgericht Frankfurt (Oder) 2006 wegen überlanger Verfahrensdauer keinen Prozess eröffnet und die Möglichkeit einer Sicherungsverwahrung nicht in Betracht gezogen habe. Dies könne nun nicht mehr nachträglich korrigiert werden.

dpa/mim