„Frauensache – wie Brandenburg Preußen wurde“ – unter diesem Motto steht das Veranstaltungsjahr 2015 der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Höhepunkt ist die gleichnamige Ausstellung, die vom 22. August bis zum 22. November im Schloss Charlottenburg die 500-jährige Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg beleuchtet. Ganz wesentlich war die Rolle der Frauen dieser Dynastie, die seit 1415 das Geschehen im Raum Berlin-Brandenburg, aber auch in ganz Europa prägte. Beachtung wurde ihnen jedoch kaum zuteil.

Ehrgeiz, Ziele aber auch Niederlagen der Damen sollen in der Schau, deren Schirmherrschaft Prinzessin Sophie von Preußen übernommen hat, verdeutlicht werden. Zu sehen sind ihre Geschichten im Theaterbau des Schlosses Charlottenburg, der zuletzt als Museum für Vor- und Frühgeschichte genutzt wurde und seit seiner Sanierung auf 1100 Quadratmetern barrierefreien Ausstellungsgenuss bietet.

Bereits vom 2. April an wird an vier weiteren Orten auf die Bedeutung der preußischen Frauen eingegangen. Die Schlösser Sanssouci, Glienicke und Schönhausen sowie der Neue Flügel des Schlosses Charlottenburg würdigen jeweils die Geschichte einer ihrer Bewohnerinnen. Zahlreiche Frauenschlösser liegen jedoch abseits der großen Städte in der Mark Brandenburg.

Mit einer neuen Dauerausstellung will die Stiftung Interessenten ins havelländische Paretz ziehen. Hier haben die Besucherzahlen im vergangenen Jahr ähnlich wie im Schloss Königs Wusterhausen etwa um ein Viertel abgenommen, während Schloss Caputh als ältestes Schloss der Stiftung einen leichten Zuwachs verzeichnen konnte.

Besucherrückgang in Potsdam

Unter dem Titel „Neu gemischt“ zeigt die Stiftung zudem ab Ende August im Jagdschloss Grunewald eine außergewöhnliche Mischung aus moderner Kunst von Frauen und Alten Meistern.

Im Gegensatz zu Berlin, wo sich die Stiftung über zunehmendes Interesse in Charlottenburg und auf der Pfaueninsel freuen kann, beklagt sie in Potsdam einen leichten Besucherrückgang sowohl in Sanssouci als auch im Neuen Palais und im Schloss Cecilienhof. Stiftungschef Hartmut Dorgerloh sieht die sinkenden Besucherzahlen in einem direkten Zusammenhang mit der auffallenden Abnahme an Busreisen, mit denen komplette Gruppen nach Potsdam gebracht werden.

Schuld daran könne die teilweise schwierige Verkehrssituation in der Stadt sein, die dazu führe, dass kleinere Reiseunternehmen ihre Busse nicht mehr nach Potsdam schickten. Gleichzeitig werbe die Stadt seit einiger Zeit mit innerstädtischen Sehenswürdigkeiten außerhalb der Schlösser und Parks.

Als Erfolg wertete Dorgerloh die fortschreitenden Sanierungsarbeiten der Schlösser und Gärten im Rahmen des als „Masterplan“ bezeichneten Sonderinvestitionsprogramms des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg. 2014 hat die Stiftung allein 23,7 Millionen Euro verbaut. Fertiggestellt wurden unter anderem der Marstall, in dem sich das Potsdamer Filmmuseum befindet, und die Kolonnade am Neuen Palais.

Im Neuen Palais ist die Decke zwischen dem Grottensaal und dem darüberliegenden Marmorsaal wieder hergestellt, die Restaurierung der Stuckdecke im Grottensaal ist beendet. Der Marmorfußboden soll bis Ende 2015 fertig sein. Umfangreiche Baumaßnahmen betreffen in diesem Jahr weiter das Schloss Cecilienhof, die Fassade des Orangerieschlosses in Sanssouci und das Schloss Babelsberg. Doch auch verhüllt bleiben alle Häuser 2015 durchgehend geöffnet.

Karten für die Ausstellung „Frauensache“ gibt es ab sofort online unter www.frauensache-preussen.de. Dort können bestimmte Zeitfenster gebucht werden.