Nahendes Saisonende

Für Brandenburgs Bauern war es ein perfektes Spargel-Jahr

Am 24. Juni endet die diesjährige Spargelsaison. Die Ernte war rekordverdächtig: früher Start, gute Erträge und akzeptable Erlöse. Unklar ist, wie im Jahr 2015 der Mindestlohn die Branche trifft.

Foto: Patrick Pleul / ZB

Für die Brandenburger Spargelbauern lief es 2014 sehr gut. So früh wie nie kam das heimische Edelgemüse in die Geschäfte. Die ersten Stangen wurden bereits Anfang statt üblicherweise erst Mitte April gestochen. Mit dem Abschluss der Ernte traditionell am 24. Juni, dem Johannistag, kommen die Bauern dann auf eine Saison von fast 90 Tagen.

Die Spargelsaison endet traditionell am Johannistag, damit laut www.spargel.netdas Gemüse noch ausreichend Zeit hat, durchzuwachsen und einen grünen Busch zu bilden. Vom 24. Juni bis zum ersten Frost sind es mindestens 100 Tage. Diese Zeit benötigt der Spargel, um genügend Kraft für das nächste Jahr zu sammeln.

Einzelne Händler bietet frischen Spargel auch über den 24. Juni an. Das passiert in den Jahren, in denen man eine Spargel-Anlage zum letzten Mal sticht, weil sie zu alt ist. Dann muss man keine Rücksicht mehr darauf nehmen, dem Spargel für das nächste Jahr ausreichend Kraft zu geben.

Verkaufspreis um die sechs Euro je Kilo

„Die Bauern konnten sich früh über das erste Geld der Saison freuen“, sagte Manfred Schmidt, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins. Jetzt stehen die nächsten Kulturen an, wie Erdbeeren und Blaubeeren.

„Es war ein außergewöhnliches Jahr“, sagte der Beelitzer Spargelbauer Jürgen Jakobs. Menge und Preis stimmten aus seiner Sicht. Mit einem Verkaufspreis um die sechs Euro je Kilogramm könne man zufrieden sein. In diesem Jahr spielte auch das Wetter mit: Es gab ausreichend Sonne – und so viel Regen wie notwendig.

Auch für seinen Kollegen Ernst-August Winkelmann, Chef des Betriebes Buschmann und Winkelmann, war es eine Spargelsaison ohne Probleme. „Der Handel konnte ausreichend beliefert werden“, sagte er. „Wir haben den Großteil der Ernte bereits eingefahren“, sagte er.

Malte Voigts, Geschäftsführer des Spargelhofes Kremmen (Ostprignitz Ruppin), erwartet 15 Prozent über den im Vorjahr geernteten 1100 Tonnen Spargel. „Ich kenne aber noch nicht alle Zahlen“, sagte er zu einer genaueren Bilanz.

Sorgenvoller Blick auf 2015

In die Freude über den guten Ertrag mischt sich bei den Landwirten auch eine Sorge: Wie wird sich im kommenden Jahr der Mindestlohn von 8,50 Euro auf die Branche auswirken? „Wir hoffen immer noch auf ein Einlenken der Politik. Es muss für ausländische Saisonarbeiter eine Ausnahmeregelung geben“, sagte Jakobs. Die arbeiteten in Deutschland in der Regel 60 Tage und kehrten im Anschluss in die Heimat zurück.

Die Politik mache es sich mit dem Vorschlag zu einfach, höhere Lohnkosten über den Preis der Produkte wieder auszugleichen, sagte Jakobs. „Das machen die Verbraucher nicht mit.“

In Brandenburg wächst Spargel auf knapp 2900 Hektar. 1300 Hektar und 15 Höfe gehören zum Spargelanbaugebiet Beelitz. 2013 wurden rund 15.000 Tonnen Spargel geerntet – etwas weniger als 2012.