Mit großer Mehrheit haben Brandenburgs Sozialdemokraten ihren Landesvorsitzenden Dietmar Woidke zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 14. September gewählt. Woidke erhielt am Sonnabend bei der Landesdelegiertenkonferenz in Schönwalde-Glien (Havelland) knapp 95 Prozent der Stimmen. Von den 117 Delegierten votierten sechs gegen den amtierenden Ministerpräsidenten. „Ich nehme die Wahl an“, erklärte Woidke. Er freue sich auf den Wahlkampf und eine erfolgreiche Brandenburg-Wahl.

In seiner Rede vor den Delegierten griff der Ministerpräsident vor allem die oppositionelle CDU in ungewohnt scharfer Form an und sprach sich indirekt gegen eine Koalition mit den Christdemokraten aus. Anderen Parteien warf der SPD-Politiker Unfähigkeit vor. Linke und Grüne verschanzten sich hinter hundertseitigen Wahlprogrammen. Die CDU dagegen wolle ihre potenziellen Wähler erst gar nicht mit Politik belasten und verstecke sich „hinter dem breiten Rücken der Kanzlerin“, sagte er mit Blick auf Angela Merkels Führungsrolle in der CDU.

Mehrere Initiativen gegen Fluglärm empfingen die Delegierten und Regierungspolitiker mit Buhrufen und Pfiffen. „BER-Nachtflug stoppen“ und „Schönefeld: Das Politverbrechen an Mensch und Natur“ hieß es auf Transparenten. Die Umweltorganisation Greenpeace demonstrierte vor der Tagungshalle gegen die von der rot-roten Landesregierung geplante Erweiterung des Braunkohle-Tagebaus in der Lausitz.

Die Brandenburger SPD steht seit Gründung des Bundeslandes in Regierungsverantwortung und will bei der Landtagswahl wieder stärkste Kraft werden. Gegenwärtig regiert sie in Koalition mit der Linken.

dpa/jkw