Brandenburg

Rocker nach Angriff auf Ex-Mitglied zu Haft verurteilt

Ein Ex-Rocker war im Februar 2013 von drei Männern mit einem Messer lebensgefährlich verletzt worden. Zwar konnte nicht geklärt werden, wer zugestochen hat, doch jetzt fiel das Urteil.

Foto: Michael Helbig / ZB

Drei Männer sind wegen eines Angriffs auf ein Ex-Mitglied der Rockerbande Hells Angels zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Cottbus sprach die Angeklagten am Freitag schuldig, das Opfer im Februar 2013 mit Tritten und Schlägen misshandelt und mit Stichen lebensgefährlich verletzt zu haben. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit.

Ein Angeklagter wurden zu sechs Jahren Haft verurteilt – er war schon vorbestraft. Die beiden Komplizen erhielten Haftstrafen von je fünf Jahren. Der Prozess fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Das Opfer konnte nur mit einer Notoperation gerettet werden. Die Angeklagten wurden wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt, wie die Sprecherin sagte. Der Vorwurf des versuchten Totschlags wurde fallengelassen. Es konnte nicht geklärt werden, wer zugestochen habe, sagte sie. Die Männer waren mit Messern, Macheten und Axt bewaffnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Angeklagte und Opfer waren vor gut einem Jahr in Streit geraten. Der Hauptangeklagte ist ein ehemaliger Deutscher Meister im Kickboxen. Er war nach dem Angriff in Österreich festgenommen worden. Zuvor fiel er bereits mit Kontakten zu Neonazis auf.

So war der Mann im Mai 2011 mit anderen Mitgliedern des Cottbuser Kickbox-Teams bei einer sogenannten Hilter-Gedenkfeier auf der spanischen Ferieninsel Mallorca. In der Folge musste er wie die anderen Teilnehmer eine Geldstrafe wegen Volksverhetzung zahlen. 2012 trat er aus dem Kickbox-Verein aus, der sich später unter öffentlichem Druck von Rechtsextremen distanzierte.