Wann und ob die Figuren, die auf dem Dach der Berliner Humboldt-Universität ihre unverhüllte Sandsteinhaut zur Schau stellen, wieder auf den neuen Potsdamer Landtagsbau gehoben werden, bleibt offen. Das ist das Ergebnis des Gipfeltreffens am Donnerstag zwischen dem Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG), Hartmut Dorgerloh, dem Brandenburger Landtagspräsidenten Gunter Fritsch (SPD) und Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD).
Letztere setzen sich für die Rückkehr der Attika-Figuren ein. Die hatte Friedrich II. um 1750 fürs Stadtschloss fertigen lassen. Das Ensemble von 76 Figuren wurde beim Luftangriff auf Potsdam 1945 und der Sprengung der Schlossruine 1959/60 zum Großteil zerstört. 1966 hatte die zuständige Staatliche Schlösserstiftung acht Skulpturen als Leihgabe an Berlin weitergereicht. Seitdem harren sie auf der seit 1975 denkmalgeschützten Humboldt-Universität aus. Und sind in den Augen des Berliner Landeskonservators mittlerweile Bestandteil des Komplexes.
Dorgerloh und der Wissenschaftliche Beirat der Stiftung sehen das ähnlich. Nur ein Sinneswandel des Berliner Landesdenkmalamtes würde eine Rückholung ermöglichen, betont Dorgerloh. „Eine denkmalrechtliche Erlaubnis steht nicht in Aussicht.“ Bleibt nur die politische Lösung. Eine juristische Auseinandersetzung sei nicht gewünscht, heißt es von der Stiftung wie vom Landtagspräsidenten. Einigten sich die Länder, würde sich die SPSG der Heimkehr nicht verschließen, so Dorgerloh.
Spenden fließen nur spärlich
Jakobs hat die Vermittlerrolle übernommen, will das Gespräch mit dem Landesdenkmalamt Berlin und der Universität im März suchen. Auch Dorgerloh hat zugesagt. An den Tisch will Jakobs zudem den Verein Potsdamer Stadtschloss holen. Seit klar ist, dass weder Land noch Stiftung Geld für die Restaurierung des Figurenschmucks aufbringen werden, sammelt der Verein Spenden. Doch die fließen spärlich. Vereinsmitglied Joachim Kuke sieht im Streit eine der Ursachen.
Die Anregung des Berliner Landeskonservators, Duplikate aufs Schloss zu stellen, komme in Brandenburg nicht gut an. Das zeige auch die Zahl der Unterstützer: Allein zur Eröffnung des Brandenburger Landtags unterschrieben dafür 1100 Befürworter aus ganz Brandenburg und Berlin. Zulauf auch bei der Online-Petition, die bis April läuft. „Der Leihvertrag ist jederzeit kündbar“, heißt für Kuke die Lösung. Um die Spendenbereitschaft für die Figuren anzukurbeln, will die Stiftung den Verein unterstützen.
kst





