Die seit mehr als zwei Monaten weitgehend eingestellten Bauarbeiten an der neuen U-Bahn in Berlins historischer Mitte können in Kürze weitergehen. Das ist das Ergebnis eines Krisentreffens zwischen der BVG-Vorstandsvorsitzenden Sigrid Nikutta und dem Vorstandschef des Baukonzerns Bilfinger, Roland Koch, am Freitag in Berlin.

Danach wird am 27. Januar 2014 damit begonnen, in die Baugrube für den künftigen U-Bahnhof „Museumsinsel“ eine Sohle einzubauen. Nach Ende der Betonaushärtung, voraussichtlich Ende März, wird dann auch die Tunnelvortriebsmaschine „Bärlinde“ ihre Arbeit aufnehmen.

Wie berichtet, war der Bau der unterirdischen Betonröhren Ende Oktober weitgehend eingestellt worden, weil es im Bereich der Baugrube für die neue U-Station erhebliche Probleme mit dem Grundwasser gibt. Der Bahnhof „Museumsinsel“ soll – teilweise unter dem Kupfergraben liegend – zwischen Schloßplatz und Zeughaus entstehen.

Gutachter geben grünes Licht

Dem Baukonzern Bilfinger, der die beiden Tunnelröhren für die U-Bahn und zwei neue Bahnhöfe im Rohbau erstellt, war ein Weiterbau unter diesen Bedingungen zu riskant. BVG und Bilfinger beauftragten daraufhin zur Gefahreneinschätzung unabhängig zwei Sachverständige.

Laut BVG-Sprecherin Petra Reetz haben die beiden Gutachter jetzt grünes Licht für einer Weiterbau der Kanzler-U-Bahn gegeben. „Das ist eine richtig gute Nachricht“, sagte Reetz am Freitag. Durch eine Umorganisation der Bauabläufe soll der aufgelaufene Zeitverlust von inzwischen mehr als sechs Monaten ausgeglichen werden. Ziel sei, die U-Bahn-Strecke zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor wie geplant Ende 2019 in Betrieb zu nehmen, so Reetz.