Strausberg

Zweijährige stirbt - Familie wurde vom Jugendamt betreut

Über die Familie des an Kopfverletzungen gestorbenen Mädchens in Strausberg gab es Beschwerden. Das Jugendamt griff ein und kümmerte sich. Alles schien wieder in gewohnten Bahnen zu laufen.

Die Familie des ums Leben gekommenen Kleinkindes in Strausberg (Märkisch-Oderland im Land Brandenburg) ist von Juni bis November 2013 vom Jugendamt betreut worden. Anlass waren Hinweise an das Amt, vor allem wegen Vernachlässigung der Kinder, sagte Lutz Amsel, Beigeordneter für Soziales in der Kreisverwaltung, am Freitag.

„Zwei erfahrene Familientherapeuten haben sich intensiv um die Familie gekümmert. Sie war sehr kooperativ und hat mitgearbeitet.“ Alles sei auf gutem Weg gewesen. „Wenn wir irgendeinen Anhaltspunkt erkannt hätten, dass die Lage eskaliert, hätten wir reagiert.“

Zum Tod des knapp zwei Jahre alten Mädchens kurz vor Weihnachten sagte er: „Wir sind alle sehr betroffen.“

Das Kind war vor knapp einer Woche an seinen schweren Kopfverletzungen gestorben. Gegen den Freund der Mutter wird wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Er ist nicht der Vater des Kindes und sitzt in Untersuchungshaft.

Warf der Vater das Kind in die Luft?

Die Staatsanwaltschaft überprüft die Aussagen des 26-Jährigen. „Das Kind wies schwere Verletzungen auf“, sagte eine Behördensprecherin. „Wir prüfen, ob zutrifft, was der Beschuldigte uns gesagt hat.“ Er hatte angegeben, das Kind etwa eineinhalb Meter hoch in die Luft geworfen zu haben. Es sollte auf dem Bett landen, prallte aber auf eine Bettstrebe und blieb auf dem Fußboden liegen. Dabei erlitt es schwere Kopfverletzungen. Das Kind starb im Krankenhaus.

Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, hatte eine Nachbarin im Sommer angezeigt, dass der Mann das kleine Mädchen die Treppe hinaufgezerrt und dabei zweimal mit der flachen Hand auf den Rücken geschlagen habe. „Die Polizei hatte damals sofort das Jugendamt informiert.“

Dem Beigeordneten zufolge kam nach dem Tod des knapp zweijährigen Mädchens ein älteres Geschwisterkind zunächst in Obhut eines Kinderheimes. Ein zweites Kind lebte bereits bei seinem Vater, sagte Amsel. Um die Situation zu beruhigen, sei der Kontakt zwischen den beiden Familien vorerst untersagt worden.