Dennis K. sagt, er habe sich auf das Baby gefreut. Der 21-Jährige und seine vier Jahre jüngere Freundin nannten den am 7. Februar 2013 geborenen Jungen Aron.

Am 29. April soll Dennis K. seinen Sohn dann in der Wohnung in Berlin-Lichtenberg mehrfach brutal geschüttelt haben. Seit Montag steht er wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen vor einem Moabiter Strafgericht.

Im Anklagesatz steht, Dennis K. habe das weinende Baby gegen 20 Uhr mehrfach „heftig hoch gehoben“ und „geschüttelt“... „in Kenntnis, dass dadurch bei dem Säugling schwerwiegende, auch tödliche Verletzungen hervorgerufen werden können“. Aron, so die Ermittlungen, habe durch dieses Schütteln Hirn- und Netzhautblutungen erlitten, „welche zunächst lebensbedrohlich waren und zu Langzeitfolgen führen können.“

Von einer „richtigen kleinen Familie“ ist die Rede

Dennis K. ist ein schmaler junger Mann. Er kämpft mehrfach mit den Tränen, als die Anklage und später von seiner Verteidigerin auch seine eigene Erklärung verlesen wird.

Darin berichtet der gelernte Beikoch, dass er vor zwei Jahren seine – inzwischen wohl ehemalige – Freundin Janica kennenlernte. Sie wohnten gemeinsam in seiner Wohnung in Lichtenberg. Und sie seien glücklich gewesen, als Janica schwanger wurde. Von einer „richtigen kleinen Familie“ ist die Rede. Er sei bei der Geburt dabei gewesen, habe gelernt, dem Kleinen die Flasche zu geben und ihn zu wickeln.

Und dann kam dieser 20. April. Janica ging mit einer Freundin zum Sport. Dennis K. passte verabredungsgemäß auf den Kleinen auf. Das Baby habe auf der Couch gelegen und auf einmal ganz komisch geröchelt, heißt es in der Erklärung. Er habe bei dem Kleinen eine Herzmassage durchgeführt; wenig später sei der Rettungsdienst gekommen.

Sachverständige werden nun im Prozess gehört

Geschüttelt habe er das Baby auf keinen Fall, so Dennis K. „Ich wollte ihn nicht verletzen.“ Allerdings habe er Aron in seiner Aufregung mehrfach hochgenommen. Das Baby sei ganz schlaff gewesen, der Kopf sei nach hinten gefallen.

Es werden in diesem Prozess jetzt Sachverständige einschätzen müssen, ob schon diese Behandlung zu einem derart gefährlichen Schütteltrauma führen konnte. Es soll in einem vorläufigen Gutachten schon verneint worden sein. Vermutlich hat der vor Gericht so sanft wirkende Dennis K. wegen des schreienden Baby einfach nur die Nerven verloren.

Der Prozess wird fortgesetzt.