Im künftigen Domizil des Skandal-Rappers Bushido in Kleinmachnow (Landkreis Potsdam-Mittelmark) ist in der Nacht zu Mittwoch ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen beschädigten das Dachgeschoss der Villa am Zehlendorfer Damm erheblich, die genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest. Die Polizei hat Anhaltspunkte, die auf eine Brandstiftung hindeuten könnten. Eigentlich wollte der 35-Jährige mit seiner Familie das Anwesen in Kürze beziehen. Die denkmalgeschützte Villa wird seit gut zwei Jahren renoviert und steht leer. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Derzeit lebt Bushido, der erst vor drei Wochen Vater von Zwillingen wurde, noch in Lichterfelde im Berliner Südwesten.

Kurz vor Mitternacht rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot auf dem weitläufigen Grundstück an. Eine Passantin hatte Rauch über dem Haus aufsteigen sehen und die Einsatzkräfte alarmiert. Nach Angaben von Augenzeugen sollen die aus dem Dachstuhl lodernden Flammen bis zu fünf Meter hoch gewesen sein. Nach ersten Erkenntnissen waren im Dachgeschoss offenbar Baumaterialien in Brand geraten, das Feuer schlug nach Polizeiangaben auf die Dachbalken über. Auch eine Plane, mit der das Gerüst bedeckt war, fiel dem Brand zum Opfer. Die rund 80 eingesetzten Feuerwehrleute konnten den Brand relativ schnell unter Kontrolle bringen, gegen 1.30 Uhr war ihr Löscheinsatz beendet.

Die Ermittlungen zur Brandursache übernahm die Potsdamer Polizei. Am Vormittag machten sich zwei Brandermittler ein erstes Bild. „Nach den ersten Ermittlungen bestehen Anhaltspunkte dafür, dass es sich um eine vorsätzliche Brandstiftung handeln könnte. Ein Tatverdacht gegen eine konkrete Person besteht jedoch zurzeit noch nicht“, sagte ein Polizeisprecher dann wenige Stunden später am Nachmittag. Weitergehende Angaben und Einzelheiten können zum jetzigen Zeitpunkt aus ermittlungstaktischen Gründen nicht veröffentlicht werden. Die Staatsanwaltschaft Potsdam beauftragte einen unabhängigen Ermittler.

Bushido erfuhr nach eigenen Angaben gegen 7 Uhr von den Brand und zeigte sich entsetzt. Gegenüber dem Nachrichtensender N24 sagte er, dass er von Brandstiftung ausgehe. Er könne sich das Feuer nicht erklären, es gebe keine Leitungen und auch keine Heizkörper oder ähnliches in den Räumen. In Kleinmachnow fühle er sich bereits seit längerer Zeit als „Opfer einer Hetzkampagne“. Von seinem Vorhaben, umzuziehen werde er sich jedoch nicht abbringen lassen. „Ich werde definitiv dahin ziehen, egal, was passiert. Jetzt erst recht“, so der Rapper bei N24. Darüber hinaus zeigte sich Bushido verärgert darüber, dass er von der Polizei nicht umgehend über den Brand informiert worden sei. Der 35-Jährige ist seit Dezember 2011 Eigentümer des 16.000 Quadratmeter großen Anwesens.

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Ärger hier, Stress dort

Seither hatte er mit seinen Plänen zum Wohnen in Kleinmachnow nicht immer Glück. Im Vorjahr verhängte die Kommune einen dreimonatigen Baustopp wegen Verstößen gegen den Denkmalschutz. Ein Torbogen war abgebrochen worden. Im September handelte sich der Rapper eine Anzeige des Forstamtes ein, weil auf dem Grundstück mehr Kiefern gefällt wurden, als erlaubt war. Die Fällaktion war auch Thema in der Gemeindeverwaltung. Er wisse, so Bushido, dass in Kleinmachnow nicht alle begeistert von seinen Umzugsplänen seien.

Der Rapper ist aufgrund seiner vielen Lieder, die sich unter anderem gegen Homosexuelle richten, umstritten. So hatte es im Sommer um die Veröffentlichung des Songs „Stress ohne Grund“ erheblichen Ärger gegeben. Wie berichtet hatte Bushido mit dem Künstler Shindy Politikern mit Mord gedroht. Insbesondere der integrationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Serkan Tören und die Grünen-Politikerin Claudia Roth waren ins Visier des Skandal-Rappers geraten. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wurde in dem Musikvideo beleidigt. Wegen des Videos wurde gegen Bushido ermittelt, ein Gericht lehnte aber eine Anklage aber ab. Der Richter begründete das mit der Freiheit der Kunst. Die Berliner Staatsanwaltschaft legte daraufhin Beschwerde ein. Eine Entscheidung steht noch aus.

Ende Mai hatte Bushido auf Antrag der Staatsanwaltschaft unverhofften Besuch in seiner Berliner Villa. Der Rapper wurde um 6 Uhr morgens von Steuerfahndern überrascht. Bei der Hausdurchsuchung gehe es um den Verdacht einer Steuerstraftat, sagte damals der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Die Fahnder hatten auch eine Steuerberatungskanzlei sowie mehrere Privat- und Geschäftsadressen von Bushidos Management durchsucht. Das Verfahren läuft noch.

BM