Zwei Fünf-Zentner-Weltkriegsbomben sind am Montag in Potsdam entschärft worden. In einem Waldstück nahe der Bundesstraße B2 hatte der Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes nur wenig Mühe, die Zünder von den Blindgängern britischer und amerikanischer Bauart zu entfernen. „Das waren nach der Wende Nummer 147 und 148“, sagte Stadtsprecher Markus Klier.

Der eine Blindgänger befand sich nahe einer Gasleitung in nur 30 Zentimeter Tiefe. Der andere hatte nach Angaben des Sprengmeisters einen Stoß abbekommen. Er war stark deformiert. Nachdem die Zünder abmontiert waren, wurden sie gesprengt.

Der Sperrkreis wurde ab Montagmittag wieder aufgehoben. Insgesamt 179 Mitarbeiter von Stadtverwaltung und Polizei sicherten ihn ab. Auch die Mitarbeiter des Deutschen Wetterdienstes mussten ihre Büros verlassen.

Die Regionalbahn RB22 Potsdam Hauptbahnhof-Flughafen Berlin-Schönefeld wurde ab 8 Uhr bis 13 Uhr umgeleitet und bediente die Strecke der ausfallenden RB23.

Wieder Bombenalarm in Oranienburg

Dagegen herrscht in der Oranienburger Innenstadt wieder Bombenalarm. Zwischen zwei Wohnblöcken wurde am Montagmorgen in 4,5 Meter Tiefe eine Fünf-Zentner-Bombe entdeckt. 43 Bewohner der Wohnblöcke mussten die Häuser verlassen. Wann sie wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können, ist noch unklar.

„Am Dienstag soll nachgesehen werden, ob der Blindgänger über einen Zünder verfügt, welcher Bauart er ist, und ob er herausdrehbar ist“, erklärte Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer am Montag. Wenn eine Entschärfung möglich ist, müssten am Mittwochmorgen 12.000 Oranienburger einen erweiterten Sperrkreis verlassen. Auch der Bahnverkehr wäre dann betroffen.

Vor zwei Wochen waren nach einer Sprengung einer Zehn-Zentner-Bombe in der Stadt erhebliche Schäden entstanden. Weil der Blindgänger wegen eines chemischen Zünders nicht abtransportiert werden konnte, musste er noch am Fundort gesprengt werden. Dabei wurde ein Wohnhaus komplett zerstört.

Wer für die Kosten aufkommt, ist noch nicht klar. In Oranienburg ist jedoch eine Spendenaktion angelaufen. Zudem wird auf Hilfe aus Potsdam gehofft. Verpflichtet ist das Land aber nach eigenen Angaben nicht, den Schaden zu regulieren.

dpa/mim