Der durch einen Stromschlag einer Oberleitung lebensgefährlich verletzte 13-Jährige aus Rathenow ist am Dienstag im Unfallkrankenhaus Berlin gestorben. Der Junge ist um 13.53 Uhr seinen schweren Verletzungen erlegen, sagte eine Kliniksprecherin. Seine Mutter und ein Notfallseelsorger waren am Krankenbett.
Der Schüler war am Sonnabend auf dem Bahnhofsgelände in Rathenow (Kreis Havelland) auf einen Kesselwagen geklettert und dabei an eine 15.000-Volt-Oberleitung geraten. Durch Funken war auch ein Brand am Zug entstanden – dieser hatte Biodiesel geladen.
Mit schwersten Verletzungen und Verbrennungen war der Junge in das Berliner Unfallkrankenhaus Marzahn geflogen worden. Dort lag er in einem künstlichen Koma.
Der Junge hatte sich mit zwei anderen Schülern unberechtigt auf dem Bahngelände aufgehalten.
War es eine Mutprobe?
Die Polizei untersucht das Unglück. Es gibt Vorwürfe gegen einen Freund des Kindes. „Nach Aussagen aus dem Umfeld des Jungen könnte er von einem Jugendlichen zu der Mutprobe gedrängt worden sein“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Dienstag in Berlin. Zuvor waren die Beamten davon ausgegangen, dass der Junge zwei Freunde beeindrucken wollte.
Sollten sich die neuen Hinweise verdichten, droht dem betreffenden 14-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen Nötigung. Der dritte Junge, der bei dem Unglück dabei war, konnte indes noch nicht befragt werden. Ermittlungen gegen die Bahn schloss der Polizeisprecher aus.
Nach früheren Angaben der Bahn gab es von 2011 bis Anfang 2013 bundesweit rund 20 Unglücke beim Klettern auf Waggons und Strommasten - ein Drittel der Fälle endete tödlich.
dpa/sei



