Misshandlung

Haasenburg-Heime stellen sich der CDU-Landtagsfraktion

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Foto: Reto Klar

Die Vorwürfe wiegen schwer: In den Haasenburg-Heimen sollen Jugendliche misshandelt worden sein. Der Geschäftsführer wies vor der CDU-Fraktion die Vorwürfe zurück. Allerdings wurden Jugendliche stundenweise fixiert.

Vertreter der umstrittenen Haasenburg-Heime haben sich den Fragen der CDU-Landtagsfraktion gestellt und Misshandlungsvorwürfe zurückgewiesen. In den drei Heimen in Müncheberg (Märkisch-Oderland), Neuendorf am See und Jessern (beide Dahme-Spreewald) sei kein Jugendlicher gequält worden, betonte Haasenburg-Geschäftsführer Mario Bavar am Dienstag in Potsdam.

Er räumte vor dem CDU-Arbeitskreis für Soziales ein, dass bis vor drei Jahren in Einzelfällen Jugendliche stundenweise auf speziellen Liegen fixiert wurden. „Das wurde nur zur akuten Gefahrenabwehr in einem therapeutischen Konzept eingesetzt“, erklärte Qualitätsmanager Arne Seidenstücker. Mit diesem Schritt sei versucht worden, eine Einweisung in psychiatrische Kliniken zu verhindern. Man habe so eine Unterbrechung der Arbeit mit den Jugendlichen vermeiden und ihnen einen Wechsel in andere Einrichtungen ersparen wollen.

Bavar beschrieb, unter welchen Umständen Jugendliche oft in die Haasenburg kämen. Manche würden von zwei Polizeibeamten und in Handschellen gebracht. Die Jugendlichen hätten alle sechs bis acht Wochen Kontakt zum Jugendamt und genug Raum, um sich zu beschweren, erklärte Seidenstücker. Die Einrichtungen seien bemüht, zügig ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, erklärte der Geschäftsführer.

„Manches nicht so, wie öffentlich dargestellt“

„Die Vorwürfe konnten natürlich nicht in dieser Sitzung ausgeräumt werden“, erklärte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann. Dafür gebe es eine Untersuchungskommission. Zudem ermittele die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen Erzieher und Heimbetreiber. „Aber natürlich haben wir hier den einen oder anderen Hinweis dafür bekommen, dass manches nicht so war, wie es öffentlich dargestellt wurde“, betonte Hoffmann.

Jugendministerin Martina Münch (SPD) hatte in der vergangenen Woche den Belegungsstopp für die Einrichtung in Müncheberg bis Mitte Oktober verlängert. In Neuendorf dürfen unter bestimmten Bedingungen neue Bewohner aufgenommen werden. Das dritte Haasenburg-Heim in Jessern ist vom Betreiber stillgelegt worden.

( dpa/alu )